Wimpfen PDF

Schlacht bei Wimpfen, zeitgenössisches Ölgemälde von S. Die Schlacht bei Wimpfen am 6. Mai 1622 war eine bedeutende Schlacht in der ersten Phase des Dreißigjährigen Krieges, dem Wimpfen PDF-Pfälzischen Krieg.


Författare: Andreas Hafer.

Ausgehend von dem Begriff des "Zentralen Ortes" (Christaller) untersucht Hafer die vielfältigen Bezüge der kaiserlichen Pfalz udn späteren Reichsstadt Wimpfen zu ihrem näheren und weiteren Umland. Die zunehmende Bedeutung der mächtig aufstrebenden Nachbarstadt Heilbronn, die auf fast allen Bereichen an Wimpfen vorbeizog, verwandelte das Raumsystem in ein bipolares mit sich überlagernden Macht- und Einflußsphären. Lediglich die Funktion als Oberhof, in der Hafer eine Restaufgabe der ehemaligen Pfalz erkennt, blieb Wimpfen uneingeschränkt erhalten. Zahlreiche Karten verdeutlichen die Ergebnisse.
Der Autor: Dr. Andreas Hafer promovierte mit dieser Arbeit an der Technischen Hochschule Darmstadt.

April die Schlacht bei Mingolsheim verloren und sich mit seinem 15. 000 Mann starken katholischen Heer quer durch den Kraichgau in Richtung des Neckarübergangs bei Wimpfen zurückgezogen. Mai 1622 überquerte das von Südwesten kommende badische Heer den Hochwasser führenden Böllinger Bach bei Obereisesheim und stellte sich auf einer Frontlänge von rund 2 Kilometern in Schlachtordnung auf: das Fußvolk in der Heilbronner Klinge, die Reiterei am Rosenberg und die Geschütze bei den Weinbergen des Böllinger Hofes. Erste Vorpostenscharmützel gab es bereits am Abend, sie ebbten aber mit Einbruch der Dunkelheit ab. Merian Theatrum Europaeum Schlacht bei Wimpfen 1622. Mai 1622 eröffnete Tillys Artillerie die Schlacht. Die überlegene badische Artillerie antwortete und wurde durch bayerische Kavallerie erfolglos angegriffen, da sie durch die Reiterei des Markgrafen zurückgeworfen wurde.

Die Gefechte zur gegenseitigen Zermürbung dauerten bis gegen 11 Uhr an. Córdoba hielt sich noch zurück, da man auf katholisch-ligistischer Seite immer noch damit rechnete, dass die Armee Mannsfelds in ihrem Rücken in die Schlacht eingreifen könnte. Am frühen Nachmittag attackierten Tillys Truppen überraschend den rechten Flügel des Markgrafen, dessen lothringische Reiter daraufhin die Flucht in Richtung Neckargartach ergriffen. 30 Uhr explodierte durch einen Kanonentreffer im offenen Pulverwagen der markgräflichen Truppen deren Munitionslager.

Die unterlegenen markgräflichen Truppen, die von Norden und Westen durch Tilly bedrängt wurden, waren im Osten vom Neckar und im Süden vom angeschwollenen Böllinger Bach eingeschlossen. Der Markgraf hatte, vermutlich im Vertrauen auf seinen eigenen Sieg, keinen Fluchtweg für seine Truppen bedacht. Nach ihrem Sieg verwüsteten die Ligatruppen Obereisesheim und erschlugen die Bewohner, die nicht hatten fliehen können. Die Spanier unter Córdoba bezogen Quartier bei Neckargartach und verwüsteten es. Da die Bewohner von Obereisesheim geflohen waren, wurden die Tausende von Gefallenen auf dem Schlachtfeld erst am 12. Mai 1622 von aus der nahen Reichsstadt Heilbronn abgeordneten Personen bestattet. Tilly und Córdoba versuchten im weiteren Verlauf des Böhmisch-Pfälzischen Krieges, die Vereinigung der verbliebenen protestantischen Heere unter Mansfeld und Christian von Halberstadt zu verhindern.

Johann t’Serclaes von Tilly, Stich von Pieter de Jode d. Pfalz waren in der Schlacht nur die von Georg Friedrich aufgestellten und angeworbenen Truppen beteiligt, die Armeen von Mansfeld und Christian von Braunschweig konnten nicht eingreifen. Zum einen hatte Georg Friedrich Landwehrregimenter aus seinem Herrschaftsgebiet aufgeboten. Das aus dem badischen Unterland rekrutierte Regiment wurde als Weißes Regiment bezeichnet, zu ihm gehörte auch das Pforzheimer Aufgebot, um das sich in der Überlieferung dann Heldensagen rankten. Zum anderen waren unter den Truppen des Markgrafen auch außerhalb Badens angeworbene Söldnerverbände. Wilhelm und Bernhard von Sachsen-Weimar führten zwei Regimenter zu und Herzog Magnus von Württemberg ebenfalls. Georg Friedrich hatte seine Truppen mit einer außergewöhnlich starken Artillerie aus etwa 40 Geschützen unterschiedlicher Größe ausgerüstet.