Wandel der Wohlfahrtsstaaten in Europa PDF

Ist der Partner zwar erwerbstätig, aber nur geringfügig beschäftigt oder in deutlich verringertem Ausmaß erwerbstätig im Vergleich zum Hauptverdiener, spricht man von einem Zuverdienermodell. Ist nur ein Ehepartner in den Arbeitsmarkt eingebunden, kann dies für den Fall einer Arbeitslosigkeit des Ernährers ein Armutsrisiko darstellen. Alleinverdiener nur über ein geringes Wandel der Wohlfahrtsstaaten in Europa PDF verfügt. Die Herausbildung der Kleinfamilie fand im Zusammenhang mit der industriellen Revolution in Europa statt.


Författare: Klaus Busch.
Die Debatte über Fragen der europäischen Arbeits- und Sozialpolitik hat in den letzten Jahren in Europa einen neuen Aufschwung erlebt. Die Verwirklichung des einheitlichen Binnenmarkts und der Wirtschafts- und Währungsunion hat in der Europäischen Union ein System von Wettbewerbsstaaten etabliert, von dem problematische Effekte für die nationalen Tarif-, Arbeitsmarkt-, Sozial- und Steuerpolitiken ausgehen. In den letzten 15 Jahren hat die soziale Ungleichheit in den Mitgliedstaaten der EU eindeutig zugenommen. Diese Entwicklungen sind auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. Der Prozess der europäischen Integration hat diese sozialen Verwerfungen jedoch zusätzlich stark befördert. Viele Beobachter führen die Krise der EU auf diese sozialen Ungleichgewichte zurück, die die Legitimität des Integrationsprojektes in den Augen vieler Bürgerinnen und Bürger untergraben habe.
In Politik und Wissenschaft ist vor diesem Hintergrund in letzter Zeit der Ruf nach einem alternativen europäischen Wirtschafts- und Soziamodell lauter geworden.
In den „Schriften der Hans-Böckler-Stiftung zur europäischen Arbeits- und Sozialpolitik“, dessen erster Band den Wandel der europäischen Wohlfahrtsstaaten behandelt, werden soziale Probleme analysiert und auch Konzepte für ein alternatives „Europäisches Wirtschafts- und Sozialmodell“ vorgestellt.

Der Begriff Jugend wurde erst ab 1800 häufiger verwandt. Erst mit der der zweiten Hälfte des 19. Der Begriff des Ernährermodells wurde durch Jane Lewis und Ilona Ostner als Element einer charakterisierenden Beschreibung von Konstellationen von Erwerbs- und Familienarbeit im Wohlfahrtsstaat verwendet. Geschlechterrollenverständnis, wonach dem Mann als Familienernährer vollzeitlich die Erwerbsarbeit obliegt und die Frau die Rolle der Hausfrau und Mutter erfüllt. Später wurde dieses Modell insbesondere im westlichen Nachkriegsdeutschland als bürgerliche Kleinfamilie zur gesellschaftlichen Norm. Das Ernährermodell und seine Abwandlung als Zuverdienermodell bilden den Rahmen für das insbesondere im deutschsprachigen Raum verbreitete Konzept von Halbtags-Kindergarten und Halbtagsschule. Letztere ist in der Grundschulzeit oft auf dreieinhalb Stunden Unterricht am Tag beschränkt.

Die halbtägige Schulpflicht wurde im 19. Kritisch wird angemerkt, eine Erwerbstätigkeit beider Partner werde im gegenwärtigen Gesellschaftsmodell durch die Maßnahmen der Sozialpolitik, insbesondere durch das Arbeitslosengeld II, nur dann gefördert und gefordert, wenn kein Mitglied der Ehe oder Bedarfsgemeinschaft für sich allein ein für den Unterhalt der Familie ausreichendes Einkommen erziele. Im Falle des Todes des Partners ist eine überlebende Person, auch wenn sie nicht oder nur in geringem Maße erwerbstätig war, im Alter vor allem auf die selbst erworbenen Rentenansprüche und auf private finanzielle Absicherung angewiesen. In Deutschland wurde die Hinterbliebenenrente zunehmend eingeschränkt und sichert regelmäßig nicht mehr den Lebensabend ab. Zur Zukunftsvorsorge eines in geringem Maße erwerbstätigen Partners siehe auch: Lückenhafter Versicherungsschutz bei Haus- und Familienarbeit sowie Kindererziehungszeit und Altersvorsorge bei Familienarbeit.

Das Modell wandelt sich in denjenigen westlichen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften, in denen bisher das Einverdienermodell überwog, zunehmend hin zu anderen Modellen. Als Gründe werden mehrere Einflüsse angegeben, so etwa sich verändernde Rollenauffassungen oder der Umstand, dass ein Gehalt oft nicht mehr für die Sicherung des Lebensunterhalts einer ganzen Familie ausreicht. Laut Gary Beckers Theorie ist Spezialisierung auf häusliche und erwerbsgerichtete Arbeit innerhalb der Ehe mit einem geringeren Trennungsrisiko verbunden. Maria Wersig: Die Schnittstellen des Ehegattenunterhalts zum Arbeits-, Steuer- und Sozialrecht: Ehezentrierung als Grundlage des starken deutschen männlichen Ernährermodells. Ernst-Ulrich Huster, Jürgen Boeckh, Hildegard Mogge-Grotjahn: Handbuch Armut und Soziale Ausgrenzung, Springer, 2008, ISBN 978-3-531-15220-2. Hans Jürgen Teuteberg, Von der Hausmutter zur Hausfrau. Die Revolution am Esstisch: neue Studien zur Nahrungskultur im 19.