Württemberger in Nordamerika PDF

Die pietistische Bewegung in Deutschland hat seit ihrer Entstehung in der zweiten Hälfte des württemberger in Nordamerika PDF. Jahrhunderts zahlreiche Veränderungen durchgemacht: vom klassischen Pietismus der Barockzeit über den Spätpietismus des ausgehenden 18.


Författare: Jochen Krebber.

Als Teil eines globalen Trends wagte im Zeitalter der transatlantischen Massenmigration knapp eine halbe Million Württemberger die Überfahrt nach Nordamerika. Welche Optionen standen ihnen überhaupt zur Verfügung? Welche Strategien verfolgten sie? Wie sah ihr weiterer Lebensweg in Einwanderungsland und -gesellschaft aus? Wo und mit wem siedelten sie, wie und wovon lebten sie?

Unter mikrohistorischem Blick auf personenbezogene Quellen wie württembergische Auswanderungsverzeichnisse, Schiffspassagierlisten und amerikanische Volkszählungslisten gelingt es Jochen Krebber, ein umfassendes, vielfältiges und dynamisches Bild von der Nordamerikamigration von 6.000 schwäbischen Migranten von der Südwestalb zu zeichnen, die sich im Verlauf des 19. Jahrhunderts an mehr als 1.000 Orten in den USA und Kanada niederließen.

Und nach demselben auch ein heilges Leben führt. Es folgte Fellers Bekenntnis in dem Sonett auf den am 18. Daß ich ein Pietist ohn Schmeich- und Heucheln sei. Der Pietismus entsprang einem Gefühl der mangelhaften Frömmigkeit, unzureichender christlicher Lebensführung und dem Drang zur Verifizierbarkeit des persönlichen Glaubens. Theologisch reagiert er auf die Spannung und das Trauma des Dreißigjährigen Krieges durch Neuorientierung auf die Bibel bzw. Jahrhundert aufkommende Aufklärung gerieten die Vertreter des Pietismus ebenso wie die der altprotestantischen Orthodoxie sukzessive in die Defensive und verloren zunehmend an Einfluss. Der Pietismus versteht sich als eine Bibel-, Laien- und Heiligungsbewegung.

Er betonte die subjektive Seite des Glaubens, entwickelte aber auch einen starken missionarischen und sozialen Grundzug. Widerspruchsfreiheit oder zum für Heilsfragen hinreichenden Charakter der Heiligen Schrift und lehrt hieraus resultierend seit dem Spätpietismus eine konservative Theologie. Außerdem betont er das Priestertum aller Gläubigen. Die heutigen pietistischen Gruppen werden oft zu den Evangelikalen gerechnet, da die Pietisten die Gemeinsamkeiten von Evangelikalen weitgehend teilen. Der Pietismus ist durch zahlreiche Bewegungen und die in ihnen wirksam gewordenen Anschauungen entscheidend beeinflusst worden.

Die Frömmigkeitsbewegung innerhalb der lutherischen Kirchen hat auch dem Pietismus den Weg bereitet. Wichtig und nicht zu unterschätzen ist auch der Einfluss, den der englische Puritanismus durch die Verbreitung seiner Erbauungsbücher und theologischen Abhandlungen auf den Pietismus der Barockzeit hatte. Während seines Studiums in Utrecht wurde er für die Anliegen und die Frömmigkeit der Nadere Reformatie gewonnen. Wohl am Ende seines Wirkens in Mülheim an der Ruhr entstanden dort ohne Mitwirkung Undereycks Hausversammlungen, in denen man Undereycks Predigten besprach. Durch Schüler Undereycks konnten pietistische Ideen im 17. Jahrhundert in Ostfriesland und Lippe-Detmold Fuß fassen.

Jahrhundert fanden pietistische Anschauungen in fast allen reformierten Landeskirchen Eingang. Eine eigene Entwicklung nahm der Pietismus am Niederrhein. Mülheim an der Ruhr und anderen Orten nebenkirchliche Konventikel. Versammlungen nach dem Tod Hoffmanns weiterführte. In der Schweiz kamen pietistische Bestrebungen innerhalb der reformierten Landeskirchen Ende des 17.

Nachdem die Bewegung durch obrigkeitliche Verbote als innerkirchliche Reformbewegung gescheitert war, radikalisierte sie sich in den ersten Jahrzehnten des 18. Erst ab 1720 gelang es durch das Wirken pietistischer Pfarrer ein Heimatrecht in der Kirche zu erlangen. Es gibt kaum ein lutherisches Territorium im Deutschen Reich, zu dem er keine Beziehungen hatte. 1670 kamen einige Männer auf Spener zu mit der Bitte um erbaulichen Austausch in besonderen Zusammenkünften, die bald als Collegium pietatis oder Exercitium pietatis bezeichnet wurden. Spener veranstaltete sie in seinem Pfarrhaus. Aus ihnen entwickelte sich die Erbauungstunde bzw. Bibelstunde als die für den Pietismus bis heute charakteristische Veranstaltungsform.

Neben der Einführung der Collegia pietatis war Speners Hoffnung besserer Zeiten für die Kirche brisant, die chiliastische Vorstellungen in die lutherische Kirche einbrachte. Ebenso bringt er das Ideal des Urchristentums in die Diskussion um die Reform der Kirche ein. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den Vertretern der lutherischen Orthodoxie und des Pietismus. Die orthodoxen Gegner warfen den Pietisten unter anderem die Aufnahme heterodoxer Anschauungen und Praktiken vor, die Störung der Kirchenordnungen durch die Konventikel und andere Neuerungen, die Spaltung der Gemeinden und den Hang zum Perfektionismus. Der Pietismus wies den Gläubigen eine eigenständige religiöse Autorität zu. Zudem förderte er die Individualisierung der Persönlichkeit, indem er die persönliche Glaubensüberzeugung in den Mittelpunkt rückte.