Sexualität im Alter. (K)ein Tabu im Pflegeheim PDF

Alterssexualität ist das Ausleben von Sexualität und das sexualität im Alter. (K)ein Tabu im Pflegeheim PDF Empfinden von Menschen im Alter. Wichtigen Einfluss auf Alterssexualität haben die gesellschaftliche Tabuisierung der Geschlechtlichkeit älterer Menschen, die Veränderung ihres körperlichen Erscheinungsbildes, einige typische Beeinträchtigungen sexueller Funktionen, aber auch demographische Faktoren und die individuellen Lebensumstände. Häufigkeit sexueller Kontakte im Durchschnitt kontinuierlich ab, während ältere Menschen zunehmend Wert auf eine erfüllende und für beide Partner psychisch und sexuell befriedigende Gestaltung des gesamten Zusammenlebens legen. Altersbedingte Veränderungen der Sexualität beginnen bereits um das 40.


Författare: Manuela Kästner.

Diplomarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Pflegewissenschaften, Note: 1,0, Alice-Salomon Hochschule Berlin , 56 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Ein Artikel der «Welt am Sonntag» vom 8. Mai 2005 stellte die Frage: «Wie viel Sex brauchen Altersheim-Bewohner?». Daraufhin begann die Autorin ein im Jahr 2004 durchgeführtes Praktikum in einer stationären Pflegeeinrichtung der Altenhilfe zu reflektieren. Ein Bewohner dieser Einrichtung sprach offen mit der Autorin über Gefühle und Wünsche bezüglich seiner Sexualität, äußerte aber zugleich die Einschränkungen zur Ausübung von Sexualität in diesem Pflegeheim. Außerdem kam die Erinnerung an die zum Teil unprofessionellen Bemerkungen des Pflegepersonals über die Sexualität einzelner Bewohner zurück in das Bewusstsein der Autorin. So entstand die Idee herauszufinden, wie sich das gezeigte Verhalten des Pflegepersonals begründen lässt. Hierzu waren die Rahmenbedingungen zu untersuchen: Welche Einschränkungen der Sexualität im Alter gelten und wie sich diese speziell in stationären Pflegeeinrichtungen der Altenhilfe darstellen.
Im Hintergrund der Auseinandersetzung mit diesem Thema stehen die rechtlichen und sozialstaatlichen Regelungen, welche jedem Menschen ein menschenwürdiges Leben bis zum Tode ermöglichen und ihn vor besonderen Härten bewahren sollen. In der Lebensphase des Alterns sind einige grundlegende Menschenrechte von besonderer Relevanz. Sie werden daher im Sinne eines Vorwortes für alles Nachfolgende kurz dargestellt.(…)
Darum soll in dieser Diplomarbeit untersucht werden, ob Sexualität im Alter ein Tabu ist. Der Fokus richtet sich dabei auf den Umgang mit Sexualität in Pflegeheimen. Es wird untersucht, ob Sexualität in Pflegeheimen ein Tabu darstellt, wie die Mitarbeiter in der Pflege damit umgehen, welche Erfahrungen sie damit gemacht haben und welche Faktoren die Sexualität von Bewohnern in Pflegeeinrichtungen beeinflussen. E

Da Alter jedoch überwiegend sozial definiert ist und individuell sehr verschieden wahrgenommen wird, spricht man von Alterssexualität in der Regel erst ab einem deutlich höheren Alter als dem 60. Entgegen der überwiegend von Jüngeren gehegten Vorstellung, dass mit dem Alter die Sexualität stark nachlasse und keine sexuellen Bedürfnisse mehr existieren, haben verschiedene statistische Befragungen ergeben, dass das Verlangen nach Sexualität und der Befriedigung sexueller Wünsche bis in ein hohes Alter ausgelebt wird. Frauen über 80 war kein nachweisbarer Anteil mehr vorhanden. Nach den Untersuchungen von Klaiberg, Bucher und Brähler ergab sich ein enger Zusammenhang zwischen der demographischen Entwicklung und der statistischen Häufigkeit sexueller Aktivität. Begründet wird dies vor allem dadurch, dass insbesondere ältere Frauen ihre Sexualität vorzugsweise in einer Partnerschaft ausleben.

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Rolle der Sexualität, die eigentliche Fortpflanzungsfunktion verliert nach dem Klimakterium ihre Bedeutung, und Sexualität ist nicht mehr zwangsläufig auf den Geschlechtsverkehr als zentralen Akt sexuellen Lustempfindens ausgerichtet. Je nach persönlicher Veranlagung bleiben Erotik und Lust jedoch ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Wesentliche Grundlage für eine erfüllte sexuelle Beziehung ist nach Studien eine vertraute, vertrauende und intime Beziehung, in der körperliche Veränderungen und eventuelle Einschränkungen nicht als Behinderung, sondern als Option für eine neue, dem Alter und dem Erfahrungshorizont angepassten Möglichkeit des Ausdrucks von Zärtlichkeit, körperlicher und emotionaler Nähe verstanden wird. Amerikanische Sexualwissenschaftler stellten 2007 in Befragungen fest, dass auch das Erreichen sexueller Erfüllung über Masturbation im letzten Lebensdrittel für viele Menschen eine wichtige Rolle spielt. Etwa die Hälfte aller Männer und ein knappes Viertel aller Frauen gaben an, sich selbst zu befriedigen. Vergleich zwischen gewünschter und tatsächlicher erlebter sexueller Aktivität in Bezug auf Geschlechtsverkehr. Erste Ergebnisse einer Studie in der deutsch-sprachigen Schweiz.

Sexualität und Partnerschaft in der zweiten Lebenshälfte. Das Bedürfnis nach sexuellen Kontakten richtet sich in allen Altersgruppen nach individuellen Vorlieben und der persönlichen Neigung. Dabei verändert sich die Sexualität im Laufe des Lebens, möglicherweise hin zu einer eher auf Nähe und Zärtlichkeit ausgerichteten Form des sexuellen Kontakts, der nicht zwingend den Geschlechtsverkehr zum Inhalt hat. Körperliche Veränderungen, die mit dem Altern einhergehen, sind überwiegend hormonell bedingt. Verändertes sexuelles Verlangen: Neben klar zuordenbaren körperlichen Ursachen können auch verschiedene andere Gründe zu einer Verminderung des sexuellen Verlangens führen. Erregungsstörungen: Als Erregungsstörung werden Funktionseinschränkungen bezeichnet, die sich auf die weibliche Sexualität beziehen und sich häufig bereits nach den Wechseljahren in Form einer während der sexuellen Erregung trockeneren und engeren Scheide bemerkbar machen. Erektionsstörungen: Die bedeutendste Funktionsstörung des Mannes bezieht sich auf die Erektion und wird auch als erektile Dysfunktion bezeichnet.

Inkontinenz: Mit zunehmendem Alter kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen Harn- und Stuhlinkontinenz auftreten. Diese stört zwar nicht direkt die sexuelle Funktion, ist aber für viele Menschen mit Peinlichkeit und Scham behaftet, weswegen sie auf sexuelle Kontakte verzichten. Nebenwirkungen von Medikamenten: Mit zunehmendem Alter treten verschiedene Krankheiten häufiger auf, die eine zeitweilige oder dauerhafte medikamentöse Behandlung notwendig machen. Menschen werden in einer auf Jugend und ästhetische Körperlichkeit ausgerichteten Gesellschaft, wie sie vor allem in den Industrienationen vorherrscht, häufig Sexualität, Verlangen und Lust weitgehend abgesprochen. Das Bild des Alterns hebt vielmehr zunehmende Asexualität hervor.