Reaktor-Sicherheitstechnik PDF

Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation. Das Kraftwerk sollte das größte Kernkraftwerk in der DDR werden. Nach der Fertigstellung wäre die Anlage mit einer elektrischen Gesamtleistung von rund 4000 Megawatt auch eines der größten Kernkraftwerke Deutschlands insgesamt geworden. April reaktor-Sicherheitstechnik PDF hatte das Präsidium des Ministerrats der DDR beschlossen, bis 1980 ein drittes Atomkraftwerk nördlich von Magdeburg mit einer Gesamtleistung von 4000 MW zu bauen.


Författare: D. Smidt.

Die Arbeitsberichte und Veroffentlichungen tiber Reaktorsicherheit ftillen heute ganze Bibliotheken. Es ist fiir den Anfanger, aber auch fiir den Fachmann auf einem begrenz­ ten Spezialgebiet unmoglich, sich in einer verniinftigen Zeit einen Gesamttiberblick zu verschaffen. Genau das aber erfordert der Umgang mit einem groBen System, wie es ein Kernkraftwerk darstellt, bei dem alle Teile starke Rtickwirkungen aufeinander aus­ tiben. Versucht man, spezielle Sicherheitsforderungen zu stellen und zu erfiillen, ohne immer das Ganze im Auge zu haben, kann man bose Dbenaschungen erleben und manchmal mehr Schaden als Nutzen stiften. Das vorliegende Buch ist der Versuch, hier eine Verbindung zu schaffen und die wichtigsten Probleme der Gesamtsicherheit darzustellen. 1m Interesse der Ktirze und der Lesbarkeit wurde vieles an nicht unbedingt erforderlichen Details fortgelassen; ich hoffe, daB die wichtigen Dinge und Grundgedanken, die mir aus meiner Tatigkeit in der Reaktorsicherheitskommission bedeutsam erscheinen, urn so klarer hervortreten. Der Spezialist sollte nicht erwarten, flir sein ureigenes Gebiet viel Neues zu finden; aber tiber Grundsatzfragen, Systeme anderer Hersteller, die Gesamtbewertung und insbeson­ dere die Einbettung seiner Arbeit in die benachbarten Gebiete wird er hoffentlich etwas lernen. Die Literaturangaben (auch hier war durch die Fiille des Stoffs eine Be­ grenzung notwendig) sind so ausgewiihlt, daB ein tieferes Eindringen ohne Schwierig­ keiten moglich sein sollte, wenn man das hier Dargestellte verstanden hat. Das Buch beschriinkt sich inhaltlich auf die Anlagentechnik und schlief,t die Behand­ lung von Freisetzungsmechanismen, Ausbreitung in der Umgebung, Dosisberechnung und Dosis-Wirkungsbeziehungen aus. Hiertiber wird in den Sicherheitsstudien (z. B.

Dabei sollten neuentwickelte sowjetische Druckwasserreaktoren in Containmentbauweise mit jeweils 1000 MW Leistung zum Einsatz kommen. Die Eröffnung der Baustelle zum Kernkraftwerk Stendal wurde offiziell in der Volksstimme am 1. Berlin fungierte und der künftige Betreiber des KKW sein sollte. 320 im Volldruck-Containment mit Kühlturmrückkühlung konzipiert. Vom damaligen Staatlichen Amt für Atomsicherheit und Strahlenschutz der DDR wurde die atomrechtliche Zustimmung zum Standort des KKW Stendal am 14. November 1978 und die Errichtungsgenehmigung für die 1000-MW-Blöcke A und B am 10.

Typisch für diese und ähnliche Anlagen sowjetischer Bauart sind die zwei Kühltürme pro Reaktorblock mit einer Leistung von 170. Insgesamt waren im KKW Stendal also in der letzten Ausbaustufe acht Kühltürme geplant. Die 150 m hohen Kühltürme mit einem oberen Durchmesser von 74 m sollten eine Überhitzung der Elbe verhindern. Bei der Anlage in Stendal wurde das von der Bauakademie der DDR in Zusammenarbeit mit dem Moskauer Planungsbüro für Reaktortechnik modifizierte Containment verwendet.

Der Sicherheitsbehälter sollte in der schon beim KKW Nord erprobten, für das KKW Stendal weiterentwickelten Stahlzellenverbundtechnik produziert werden, wodurch er sich von den russischen Anlagen gleichen Bautyps unterschied. Dezember 1982 mit dem Bau des Blocks A, am 1. Dezember 1984 mit dem Bau des Blocks B begonnen. Die Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit beobachtete sämtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Kraftwerksneubau, um jegliche Proteste gegen den Bau auszuschließen. Das Kernkraftwerk Stendal konnte bis zum Ende der DDR nicht fertiggestellt werden. Als Gründe für die lange Bauzeit wurden vor allem geringe Projektierungskapazitäten in der Energietechnik sowie der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik und im Energieanlagen- und Maschinenbau angeführt. 500 Bauarbeiter konnten nicht mehr als 500 Millionen Mark im Jahr verbauen.

Juli 1990 wurde der VEB Kernkraftwerk Stendal zur KKW Stendal GmbH privatisiert und unter die Aufsicht der Treuhandanstalt gestellt. Die Bau- und Montagearbeiten wurden mit abnehmender Intensität weitergeführt, soweit es vorhandene Bestände und Anzahlungen zuließen. Das Projekt in Stendal wurde um einiges teurer als Anfang der 1980er mit etwa 10 Milliarden Mark geplant. Im August 1988 wurde der Investitionsaufwand mit 7,5 Millionen Mark pro Megawatt Leistung, d.

2000 MW mit umgerechnet etwa 15 Milliarden Mark veranschlagt. Für die beschleunigte Realisierung der Kernkraftwerksvorhaben in Greifswald und Stendal wurden 1987 die Erhöhung der Arbeitskräfteanzahl im Kombinat Kraftwerksanlagenbau und deren Partner um 7. 000 Beschäftigte angestrebt und zusätzliche Lohnmittel im Volumen von 5,9 Millionen Mark bereitgestellt. Die tatsächlichen Aufwendungen bis Februar 1990 werden von Horlamus mit etwa 3,8 Milliarden Mark angegeben, bei Gatzke werden Ausgaben bis Mitte 1990 in Höhe von 5,8 Mrd. Nach der Wiedervereinigung wurde am 1.

November 1990 durch den Geschäftsführer der KKW Stendal GmbH der Antrag auf Errichtung und Betrieb des Blocks A des KKW bei der neu gewählten Landesregierung von Sachsen-Anhalt eingereicht. Um das neu eingeleitete Genehmigungsverfahren nicht zu gefährden, wurden die Bau- und Montagearbeiten nicht wieder aufgenommen. Den Forderungen der westdeutschen Energieunternehmen an die Bundesregierung, die Haftungsfreistellung für das Genehmigungsrisko für das KKW Stendal zu bestätigen, wurde mit dem Verweis auf das Grundgesetz, das eine Verletzung des freien Wettbewerbs zwischen privaten Unternehmen ausschloss, nicht entsprochen. Die KKW Stendal GmbH wurde 1991 in die AIG Altmark Industrie GmbH umbenannt und nimmt im Auftrag der Treuhandanstalt die Aufgabe der Standortentwicklung wahr.

Die AIG versucht in Zusammenarbeit mit westdeutschen Energieunternehmen den Standort Stendal als Energiestandort zu erhalten. Um Baufreiheit für dieses Steinkohlekraftwerk zu schaffen, wurden in den Folgejahren die zentralen nuklearen Schwerbauten abgerissen. 1991 im Zuge der Stilllegung der Baustelle in Hamburg zerlegt und verschrottet. Kraftwerksgebäude miteinander verband, wurde größtenteils abgerissen.

MBI-Käufergruppe verkauft und im April 1994 in die AIG Altmark Industrie AG umgewandelt. Auf dem erschlossenen Gelände wurde 2004 ein Zellstoffwerk, die Zellstoff Stendal GmbH der Mercer International Group, in Betrieb genommen. Im Herbst 2006 begann die Herstellung von Hygienepapieren in der Delipapier GmbH, einer Tochtergesellschaft des italienischen Papierkonzerns Sofidel. Der Bau des von RWE seit 2008 geplanten Steinkohlekraftwerks sollte 2011 beginnen und 2015 in Betrieb gehen. Die Investitionssumme wurde mit 2,2 Milliarden Euro beziffert und es sollten 100 Arbeitsplätze entstehen.