Nationalsozialismus und Recht PDF

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Der Tagungsband versammelt die im Oktober 2011 in Potsdam-Babelsberg gehaltenen Vorträge zu Recht und Unrecht im Nationalsozialismus.
Das Spektrum der behandelten Themen reicht von der Auseinandersetzung in den Geisteswissenschaften über die Fakultätengeschichte, die Eingriffe in die Lehre, die Anfangsjahre der NS-Herrschaft und die Gesetzgebung bis zu Reaktionen im Ausland.

Wohl eher nicht, denn die Umstände sind völlig verschieden, sodass auch die scheinbar selbe Handlung unterschiedlich zu bewerten ist. Eine recht banale Erkenntnis, leider jedoch notwendig, weil viele Menschen, die über unsere Vorfahren sprechen, welche in der Zeit des Nationalsozialismus gelebt haben, allzu schnell vergessen, was es heißt unter einer Diktatur zu leben. Wenn man also das Verhalten der Kirche im Nationalsozialismus verstehen und anschließend beurteilen möchte, so tut es Not, sich zunächst einmal die Rahmenbedingungen genauer anzuschauen. Vor 1933 haben die Kirchen im Denken Hitlers und seiner Partei kaum eine Rolle gespielt. Kirchenfeindliche Exzesse wollte er aus machtpolitischem Kalkül vermeiden.

Dintler aus der Partei ausgeschlossen, weil seine antikatholische Hetze der Partei schadete. Mit den Konfessionen, ob nun diese oder jene, das ist alles gleich. Der Faschismus mag in Gottes Namen seinen Frieden mit der Kirche machen. Das wird mich nicht abhalten, mit Stumpf und Stiel, mit allen seinen Fasern das Christentum in Deutschland auszurotten Man ist entweder Christ oder Deutscher.

Mit zunehmender Herrschaftsstabilisierung konnte der Nationalsozialismus immer offener sein eigentliches kirchenpolitisches Ziel, die Kirche aus dem gesellschaftlichen Leben zu herauszudrängen, verfolgen. Auf der Höhe des Kirchenkampfes im Jahre 1937 sagte Kardinal Faulhaber, der Katholik in Deutschland stehe unter Ausnahmerecht. Die im März 1937 von den Kanzeln verlesene Enzyklika „Mit brennender Sorge“ verurteilte öffentlich die zahllosen konkordatswidrigen Repressionen gegen die Kirche. Hitler sah, dass das Kirchenvolk treu zur Kirchenleitung stand — die Sittlichkeitsprozesse bewirkten das Gegenteil von dem was sie bewirken sollten. Einziehen des Kirchenvermögens, die Abschaffung des Zölibates und die Auflösung der Orden bewirken wollte. Hitlers zunehmendes Interesse an der Außenpolitik.

Die außenpolitischen Kämpfe erforderten es, innenpolitische Unruhen möglichst zu vermeiden. Hitler griff häufiger beschwichtigend gegen antikirchliche Exzesse ein, um innenpolitische Unruhen zu vermeiden. Betrachtet man das Verhältnis der Katholischen Kirche zum Nationalsozialismus bis 1933, wurde der Nationalsozialismus in eindrucksvoller Geschlossenheit abgelehnt. In allen Diözesen des Deutschen Reiches war es den Katholiken verboten, Mitglied der NSDAP zu sein. Faktor aufstieg, mit dem sich auch die Kirche beschäftigen musste. Die von der Kirchenleitung festgestellten unüberbrückbaren Gegensätze zwischen Katholizismus und Nationalsozialismus lagen in der Rassenideologie und der nationalsozialistischen Kulturpolitik.

In der Erklärung der Paderborner Kirchenprovinz vom 10. Er macht das Gefühl einer Rasse zum Richter über religiöse Wahrheiten, über Gottes Offenbarung und über Zulässigkeit des von Gott gegebenen Sittengesetzes. In seiner letzten Konsequenz leugnet er den universalen Charakter der katholischen Kirche. Das Reich Christi gilt uns Katholiken aber als international, universal, katholisch. Jahr, in dem die NSDAP Regierungsverantwortung übernahm. Gegensatzes zur Treue gegenüber der Staatsmacht verpflichtet sah. Zentrales Datum einer neuen Bewertung des Nationalsozialismus durch die katholischen Bischöfe war der sogenannte „Tag von Potsdam“ am 24.

Ohne die in den unseren früheren Maßnahmen liegenden Verurteilungen bestimmter religiös-sittlicher Irrtümer aufzugeben, glaubt daher der Episkopat das Vertrauen hegen zu können, dass die vorbezeichneten allgemeinen Verbote und Warnungen nicht mehr als notwendig betrachtet zu werden brauchen. Für die katholischen Christen, denen die Stimme ihrer Kirche heilig ist, bedarf es auch im gegenwärtigen Zeitpunkt keiner besonderen Mahnung zur Treue gegenüber der rechtmäßigen Obrigkeit und zur gewissenhaften Erfüllung der staatsbürgerlichen Pflichten unter grundsätzlicher Ablehnung alles rechtswidrigen und umstürzlerischen Verhaltens. Die katholische Kirche erkannte die nationalsozialistische Regierung als die rechtmäßige Obrigkeit an und leitete ihr staatsbürgerlichen Gehorsam. Das ist aus heutiger Sicht um so verwunderlicher, da der Kirche mit zunehmender Zeit die antikirchliche und menschenverachtende Praxis der Nationalsozialisten immer deutlicher vor Augen trat. Trotzdem hielt sie daran fest, jegliches umstürzlerische Verhalten gegenüber dem Staat zu verurteilen. Auf der anderen Seite hielt die Kirche an ihrer Verurteilung der nationalsozialistischen Ideologie fest. Im Gegensatz zur Evangelischen Kirche drang auch kein Nationalsozialistisches Gedankengut in den Innenraum der Kirche.