Mit der hanseatischen Legion gegen Napoleon PDF

Die Schlacht mit der hanseatischen Legion gegen Napoleon PDF der Göhrde fand am 16. September 1813 während der Befreiungskriege auf dem Gebiet des heutigen Staatsforstes Göhrde statt, das 1813 zum Departement der Aller im Königreich Westphalen gehörte. Das Schlachtfeld liegt im Grenzgebiet der heutigen Landkreise Lüneburg und Lüchow-Dannenberg zwischen den Orten Oldendorf an der Göhrde und Göhrde. Die Göhrde hatte bis in die Zeit der napoleonischen Kriege zum Kurfürstentum Hannover gehört, war aber 1803 in französische Gewalt gekommen.


Författare: Joachim Kannicht.
Der in Göttingen Jura studierende 21 Jahre alte Friedrich von Coulon meldet sich freiwillig zum Kampf gegen Napoleon, nachdem am 18. März 1813 Oberst Tettenborn mit seiner „Streifpartei“ von Kosaken in die Stadt eingezogen war und dazu aufrief, die hanseatische Legion aufzustellen, die aus 6.000 Mann zu Fuß und zu Pferde bestehen sollte.
„Es war der für mich so denkwürdige 7. April 1813, als ich zu den Fahnen meines noch unterdrückten Vaterlandes eilte, um auch von meiner Seite mein Scherflein zur Befreiung meines Geburtslandes beizutragen“, schreibt er in sein Tagebuch. Sein Vater diente zu dieser Zeit in der „Kings German Legion“, seine Mutter und Schwestern wohnten in Stade. Seinem Tagebuch vertraut er seine Gefühle und Gedanken an, die ihn während des Feldzugs begleiten, den Generalleutnant von Wallmoden-Gimborn mit seinem Korps als Teil der Armee des Kronprinzen von Schweden führt. Es gewährt uns einen Einblick in die Gefühle dieses Jünglings, der zwar aus einer Soldatenfamilie stammt, dessen Gedanken aber selbst im Kampf bei seinen geliebten Büchern − und bald − schwärmerisch bei einem Mädchen weilen, dem seine innigsten Gefühle gelten, die jedoch von ihr nicht erwidert werden.
Zwar wird „Fritz“ von Coulon nach kurzer Zeit Leutnant und Führer einer Kompanie, doch man fragt sich beim Lesen seiner Notizen, wie es um seine Führungsqualitäten und den Ausbildungsstand seiner Leute beschaffen gewesen sein mag, denn abgesehen von einigen Offizieren und Unteroffizieren, die das Exerzieren und die Ausbildung übernahmen, war die Truppe unerfahren. Begeisterung ersetzte Erfahrung. Wallmoden verwendete in nüchterner Einschätzung ihres Kampfwertes die hanseatische Legion daher vor allem als Sicherungstruppe und zur Beunruhigung des Gegners.
Das Buch soll also und kann kein Loblied auf die hanseatische Legion sein, über die sich Barthold Georg Niebuhr und Friedrich Christoph Perthes sehr kritisch geäußert haben. Aber es vermittelt neben Informationen über die Kämpfe der Nordarmee − und insbesondere das Ringen um Hamburg − ein eindringliches Bild von der Gefühlswelt eines Studenten und seiner Gefährten, die sich zwar wenig für den Soldatenberuf eignen, jedoch ihre patriotische Pflicht erfüllen wollen.

Die Bildung des russisch-preußischen Bündnisses gegen Frankreich im Frühjahr 1813 löste in Norddeutschland eine allgemeine Erhebung gegen die französische Herrschaft aus. Nach dem Ende des Waffenstillstands im Sommer 1813 überfielen Freikorps, wie die Lützower, links der Elbe immer wieder französische Versorgungszüge, Kuriere und Stützpunkte, während das Korps Wallmoden rechts der Elbe blieb. Das Korps Davout hatte sich bis dahin recht passiv verhalten. Es beschränkte sich darauf, das Korps Wallmoden in Schach zu halten. Als Maßnahme gegen die Scharmützel schickte Davout im September die 12.

Das Korps Wallmoden rückte am 15. 300 Mann nach Dömitz vor, setzte über die Elbe, marschierte den Franzosen entgegen und schlug ein Lager bei Dannenberg an der Elbe auf. Die französische Brigade Pécheux unternahm einen Vorstoß gegen die Verbündeten. September 1813 kam es auf den Steinker Höhen in der Gemeinde Nahrendorf an der Göhrde zur Schlacht. Wallmodens Einheiten trafen nacheinander ein und griffen die Franzosen schlecht koordiniert an.

Die Schlacht an der Göhrde unterbrach die Achse zwischen dem XIII. Nachschublinie aus Frankreich über Hannover nach Magdeburg und Berlin. Seit 1839 erinnert eine vom hannoverschen König Ernst August errichtete Gedenkstätte mit einem großen behauenen Findling an die Schlacht. Sie liegt nördlich der Bundesstraße 216 etwa 2 km hinter Oldendorf in Richtung Dannenberg.

Berühmt wurde die Freiheitskämpferin Eleonore Prochaska, die sich in unbedingtem Widerstandswillen gegen Napoleon als Frau unerkannt dem Lützowschen Freikorps angeschlossen hatte. Während der Schlacht wurde sie verwundet. Oktober 1813 erlag sie in einem Privathaus in Dannenberg, Lange Straße 32, ihren Verletzungen. Alle zwei Jahre wird bei Lüben zwischen Dahlenburg und Göhrde die historische Schlacht als Reenactment am Ort des damaligen Geschehens nachgestellt. Im Dahlenburger Heimatmuseum befindet sich ein Diorama der Schlacht an der Göhrde. In der ständigen Ausstellung werden mittels 1500 Zinnfiguren die Stellungen der verschiedenen Truppenteile dargestellt.