MenschenZoos PDF

1848 in Hamburg einen mit Tierschauen verbundenen Tierhandel, den Carl Hagenbeck 1866 übernahm und zum größten Geschäft der Art in Deutschland ausbaute. Während des Aufenthalts in MenschenZoos PDF Ausstellungsgelände konnten Besucher den Lappländern bei ihrem alltäglichen Leben zusehen.


Författare: Sandrine Lemaire.
Verdrängt und vergessen sind die Menschen, die man wie Tiere hinter Barrieren ausstellte. Millionen von Menschen sahen in der westlichen Welt Völkerschauen. Die Schaulustigen, z.B. in Hamburg, Berlin, Leipzig, Dresden, Köln, Düsseldorf, München, Wien und Basel, waren fasziniert von den „Wilden".
Carl Hagenbeck war Europas führender Veranstalter. Die MenschenZoos trugen entscheidend dazu bei die rassistische Denkweise der „Wissenschaft vom Menschen“ auf breite Bevölkerungskreise auszudehnen. Die „MenschenZoos" zeigen uns die Entstehung unserer bis heute fortbestehenden Vorurteile.

Hagenbeck eröffnete 1887 einen Zirkus: Carl Hagenbecks Internationaler Circus und Singhalesen-Karawane, der später als Hagenbeck’s Zoologischer Circus firmierte. 1890 führte er die zahme Dressur von Wildtieren ein und plante einen offenen Tierpark ohne Gitter, auf den er 1896 auch ein Patent erwarb. Mai 1907 eröffnete Hagenbeck in Stellingen, nördlich von Hamburg, auf Grundlage seines Patentes den ersten gitterlosen Zoo der Welt, der noch heute als Tierpark Hagenbeck existiert. März 1871 in Hamburg Amanda, geb. 1873 an Schwarzwasserfieber beim Flusspferdfang auf Sansibar. Carl Hagenbeck wurde in Hamburg auf dem Friedhof Ohlsdorf beigesetzt.

Auf seinem Grab lag vor einem Findling mit den eingravierten Namen Carl, Heinrich und Lorenz Hagenbeck die bronzene Figur des schlafenden Löwen Triest, dem Lieblingstier Carl Hagenbecks. Der Löwe hatte ihm einmal das Leben gerettet, als Hagenbeck im Freigehege gestolpert und von einem Tiger angegriffen worden war. Mai 1994 gab die Deutsche Bundespost einen Sondermarken-Block zu seinem 150. Geburtstag und dem 150-jährigen Bestehen des Berliner Zoos heraus.

Da um 1870 das Interesse an Zoos langsam zurückging, griff Hagenbeck die Idee des befreundeten Malers Heinrich Leutemann auf und ließ Tiere aus dem hohen Norden von Samen begleiten. Menschen in Zoos auszustellen, wie Hagenbeck es in großem Umfang tat. Während der Besuchszeiten mussten die Dargestellten Tänze und Rituale aufführen, die in der Schaustellung allerdings ihres Kontextes in den Kulturen der Dargestellten enthoben wurden. Die Kritische Weißseinsforschung sieht in den Völkerschauen, die von Hagenbeck und anderen Unternehmern organisiert wurden, ein besonders wirkmächtiges Beispiel für rassistische Praxis im Deutschland der Kaiserzeit. Beiträge über Leben und Treiben der Eskimos in Labrador und Grönland. Aus dem Tagebuche des von Herrn Carl Hagenbeck in Hamburg.

Im Selbstverlage des Herausgebers, Berlin 1880. Die Bedeutung der Zebus und Zebu-Kreuzungen. Auszug aus dem in Kürze erscheinenden, reich illustrierten Memoirenwerk. Hans Schomburgk: Wild und Wilde im Herzen Afrikas. Mit einem Vorwort von Siegfried Seifert. Nach 1945 entstanden zwei Hörspielproduktionen über Carl Hagenbeck. Das erste Hörspiel stammt vom NWDR Hamburg aus dem Jahre 1952, das zweite vom WDR und entstand 1962.

Eine Erinnerung an den großen Tiermeister Carl Hagenbeck. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Ereignis aus dem Jahre 1902. Das fünfteilige Kinderhörspiel des WDR schrieb Werner Liborius unter dem Titel Ein Leben mit Tieren: Carl Hagenbeck. Heinrich Leutemann: Lebensbeschreibung des Thierhändlers Carl Hagenbeck. Selbstverlag von Carl Hagenbeck, Hamburg 1887.

Alexander Sokolowsky: Carl Hagenbeck und sein Werk. Erna Mohr: Hagenbeck, Carl Gottfried Wilhelm Heinrich. Humblot, Berlin 1966, ISBN 3-428-00188-5, S. Hilke Thode-Arora: Für fünfzig Pfennig um die Welt. Campus Verlag, Frankfurt am Main 1989 ISBN 3-593-34071-2. Tierhandel und Schaustellungen im deutschen Kaiserreich. Klaus Gille: Hagenbeck, Carl Gottfried Wilhelm Heinrich.

Christians Verlag, Hamburg 2003 ISBN 3767213664, S. Eric Ames: Carl Hagenbeck’s Empire of Entertainments. Klaus-Werner Haupt: Carl Hagenbeck und die ganze Welt in einem Zoo. Die Faszination des Orients im langen 19. Imprint des Verlagshauses Römerweg Wiesbaden 2015, S. Johanna Lutteroth: 100 Jahre Carl Hagenbeck: König der Löwen.

New York 2005, ISBN 3-593-37732-2, S. Gretzschel, Matthias, Pelc, Ortwin: Hagenbeck, Tiere, Menschen, Illusionen, Axel Springer Verlag, 1998, S. Loyola University Chicago, Frühling 2006, S. Regina Kusch: Der König der Tiere: 100.