Martin Luther – Ausgewählte Texte PDF

Wie bin ich geworden, wer ich bin? Der Arbeitsbegriff im Wandel der Zeiten Arbeit ist ein zentraler Begriff der Menschheit, der martin Luther – Ausgewählte Texte PDF im Laufe der Geschichte grundlegend gewandelt hat.


Författare: Martin Luther.
Luther lesen und nicht nur über ihn lesen oder von ihm hören, das ist ein schöner Vorsatz für das Reformationsjubiläum 2017 oder eine gute Vorbereitung darauf. Dieses Büchlein bietet die wichtigsten Schriften Martin Luthers in Auszügen.
Es ist vor allem für die gemeinsame Beschäftigung in Gemeindekreisen und an anderen Orten der Erwachsenenbildung gedacht. Die Auswahl ist chronologisch angeordnet, so dass man die Schriften in Luthers Biographie einordnen kann.

Um kaum einen Begriff ranken sich so viele kontroverse Theorien, Diskussionen, Welt- und Leitbilder. Im Folgenden soll kursorisch dargestellt werden, wie sich der „Arbeitsbegriff“ gewandelt hat. Im antiken Griechenland war der Arbeitsbegriff negativ hinterlegt. Homer besang den Müßiggang des altgriechischen Adels als erstrebenswertes Ziel und betrachtete körperliche Arbeit nur als den Frauen, Sklaven und Knechten gemäße Tätigkeit. Aristoteles spitzte die Auffassung zu, indem er Arbeit in Gegensatz zur Freiheit setzte. Frei sei ein Mann nur, wenn „er nicht unter dem Zwang eines anderen lebt“.

Jede Arbeit brächte aber solchen Zwang mit sich. Auch die Römer übernahmen im Wesentlichen die griechische Missachtung der Arbeit. Werkstatt kann nichts Edles an sich haben. Nur vorübergehend vermochte sich in der Zeit der römischen Republik eine etwas positivere Bewertung der Landarbeit zum Beispiel in Catos „De agricultura“ durchzusetzen.

Die schöpferische Gestaltung stand dabei im Vordergrund der neuen Bewertung. Im Christentum wurde dann nicht nur die unterschiedliche Wertschätzung von Kopf- und Handarbeit eingeebnet. Beide Tätigkeiten sind jetzt auch positiv belegt. Jesus und seine Jünger waren schließlich Handwerker und Fischer, bevor sie zu predigen begannen. Kennzeichnend für die christliche Aufforderung zur Arbeit ist der bekannte Satz des Paulus: „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen. Jahrhundert vollzieht sich in Europa die Durchsetzung einer arbeitsteiligen Gesellschaft.

Die gesamte Gesellschaft wird im Sinne einer funktionalen Kooperation von drei Ständen gedeutet, nämlich von Klerikern, Rittern und Arbeitenden: die einen beten, die anderen kämpfen, wieder andere arbeiten. Eindruck der äußeren Bedrohung des Hundertjährigen Krieges mit Frankreich sowie der großen Pest seit der Mitte des 14. Im Zeitalter der Reformation und noch stärker im 17. Jahrhundert wurde Arbeit schließlich als Legitimation von Eigentum und Quelle von Reichtum aufgewertet.

Paulus Satz, dass wer nicht arbeiten wolle, auch nicht essen soll. Müßiggang erklärt Luther zur Sünde: „Müßiggang ist Sünde wider Gottes Gebot, der hier Arbeit befohlen hat. In der Philosophie der Aufklärung setzten sich Unterscheidungen von „Kunst“ und „Arbeit“ sowie „geistiger Arbeit“ und „körperlicher Arbeit“ durch. Arbeit galt jetzt als allgemeine Bürgertugend, sie konnte aber vereinzelt auch ein gegen den adligen Müßiggang gerichtetes, kritisches Moment enthalten. Arbeit zum ersten Male als Quelle des gesellschaftlichen Reichtums hervorgehoben. Vorher galt Armut wie auch Reichtum als ein Umstand göttlicher Fügung. Bei Karl Marx nahm der Arbeitsbegriff schon in den Frühschriften eine Schlüsselposition ein.

Arbeit macht für Marx das Wesen des Menschen aus. Dies inspirierte den Schwiegersohn von Karl Marx, den französischen Sozialisten Paul Lafargue zur berühmt gewordenen Streitschrift „Das Recht auf Faulheit“. Es ist die Liebe zur Arbeit, die rasende, bis zur Erschöpfung der Individuen gehende Arbeitssucht. Verausgabung von Arbeitskraft im Kapitalismus, ungeachtet ihres Gebrauchswertes. Im Nationalsozialismus wurde der Arbeitsbegriff stark ideologisiert. Arbeit war ein zentraler Bezugspunkt in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft.