Kückallee 37. Eine Kindheit am Rande des Holocaust PDF

Geest Schleswig-Holsteins gelegen, ist mit etwa 27. 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt kückallee 37. Eine Kindheit am Rande des Holocaust PDF Kreis Stormarn. Die Ost- und Südgrenze Reinbeks bildet die zum Mühlenteich aufgestaute, naturgeschützte Bille. Die zwischen den Ortsteilen liegenden Flächen werden zum Teil noch landwirtschaftlich genutzt.


Författare: Detlev Landgrebe.
Während in den von der deutschen Wehrmacht besetzten Ländern alle Menschen jüdischer Herkunft deportiert und ermordet wurden, gleichgültig, ob sie getauft waren oder in einer Mischehe lebten, hatten in Deutschland die in einer Mischehe lebenden Juden und ihre christlich erzogenen Kinder unter glücklichen Umständen eine gewisse Chance zu überleben, weil die Nazis ihre Vernichtung erst für einen späteren Zeitpunkt geplant hatten. Der Schutz währte allerdings nur, solange der arische Ehepartner dem Druck der Diskriminierung standhielt und bei seiner Familie blieb.
Der Phänomenologe Edmund Husserl (1859-1938) hatte in seiner aktiven Zeit in Freiburg i.Br. drei Assistenten: Edith Stein (1891-1942 Auschwitz), Martin Heidegger (1889-1976) und Ludwig Landgrebe (1902-1991). Dessen Sohn Detlev Landgrebe hat nun die Geschichte seiner jüdisch-christlichen Familie von 1784-1956 aufgeschrieben: „Kückallee 37. Eine Kindheit am Rande des Holocaust".
Exemplarisch wird hier aufgezeigt, wie Ludwig Landgrebe mit seiner jüdischen, aber evangelisch getauften Frau Ilse, geb. Goldschmidt, vor den Nazis nach Prag und dann nach Löwen flieht. Aber überall sind auch bald die Deutschen, so daß er sich mit seiner Familie nach Reinbek bei Hamburg in das schwiegerelterliche Haus zurückzieht.
Dort leben die Familien Dr. jur. Arthur Goldschmidt (1879-1947) und Dr. phil. Ludwig Landgrebe in Angst und Schrecken und leiden unter dem subtilen, zunehmenden Terror der Nazis. 1942 wird der „jüdische" Schwiegervater Arthur Goldschmidt nach Theresienstadt deportiert, wo der Jurist die evangelische Gemeinde Theresienstadt gründet und bis zur Befreiung im Mai 1945 als „Pfarrer" leitet. Als der glücklich Überlebende 1945 zurück nach Reinbek kommt, schreibt er die „Geschichte der evangelischen Gemeinde Theresienstadt 1942–1945", die nach seinem Tod (im Februar 1947) 1948 als kleines, längst vergriffenes Heft erscheint.
In einem umfänglichen Anhang finden sich nicht nur präzise Genealogien. Der Herausgeber Thomas Hübner hat mit einem ausführlichen Anmerkungsteil (Archiv-, Lit.- und weitere Verzeichnisse) zusätzlich ein Register erstellt, in welchem sich der gesamte Inhalt des Buches in Stichworten historisch nach dem geschichtlichen Datum geordnet mit Seitenverweisen zusammengefaßt findet. Neben einem gesonderten Beitrag zu dem österreichischen Schriftsteller Erich Landgrebe (1908–1979) hat Hübner den Band abschließend mit einer Neuauflage der „Geschichte der evangelischen Gemeinde Theresienstadt 1942–1945" versehen, welche mit Anmerkungen und Registern ausgestattet nach 60 Jahren wieder zugänglich gemacht wird.
Die ergreifend geschriebene Familiengeschichte gibt nicht nur Auskunft über den Philosophen Prof. Dr. Ludwig Landgrebe, sie geriet Detlev Landgrebe auch zu einer exemplarischen christlich-jüdischen Geistesgeschichte.

Geprägt vom angrenzenden Sachsenwald, bietet Reinbek ein grünes, erholsames Stadtbild. Von der Besiedlung des heutigen Reinbeker Gebietes in bereits vorgeschichtlicher Zeit zeugen zahlreiche Hügelgräber. Die Ansiedlung von Handwerkern im späten 18. Reinbek wurde vorübergehend zum Kurort und beliebten Ausflugsziel. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Deutschland schrittweise besetzt. Mai 1945 besetzten britischen Truppen auch Reinbek, das benachbarte Glinde sowie den letzten Teil des noch unbesetzten Stormarns.

Seit den 1960er Jahren wurden mehrere Gewerbegebiete erschlossen und erweitert. Juni 1952 erhielt Reinbek das Stadtrecht. Reinbek gehörte ursprünglich zum Kirchspiel Steinbek, bis es 1894 zu einer eigenständigen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde wurde. Die letzten drei Kommunalwahlen am 6. In Rot ein silberner Wellenbalken, begleitet von drei im Dreipass mit den Stielen einander zugekehrten Eichenblättern, und zwar zwei oben und einem unten. Die Blätter, in ihrer Anordnung an das Wappen der Familie Bismarck angelehnt, versteht man als Symbole für den Sachsenwald, während das Band für die Bille steht.