Johanna Ey und die Avantgarde der Düsseldorfer Kunstszene PDF

Kunst bezieht sich im zeitgenössischen Johanna Ey und die Avantgarde der Düsseldorfer Kunstszene PDF auf das Wirken und die Situation von Frauen in der Bildenden Kunst in Vergangenheit und Gegenwart als Teil der Frauengeschichte. Abgrenzung nach Kunstgattungen nicht überzeugend, denn Kunstformen wie Performance und Formen Medialer Kunst überschreiten diese Grenzen fließend. Die Gestaltung der Geschlechterrollen in einer Gesellschaft beeinflusst, wie Künstlerinnen sich ausbilden und äußern können, wie ihre Kunst wahrgenommen wird und wie sie beruflich existieren.


Författare: Sandra Labs.
Johanna Ey wird als die Mutter der Moderne in Düsseldorf gefeiert. Sie soll der Künstlervereinigung ‚Das Junge Rheinland’, die gegen die konservativen Strukturen der Stadt, Akademie und Ausstellungspolitik angekämpft haben soll, durch finanzielle Mittel und Tatkraft zum Durchbruch verholfen haben. Doch wie war es wirklich um die Progressivität der Künstlervereinigung bestellt? Und um die Bedeutung Johanna Eys? Hat die geschiedene Frau eines Braumeisters, die später zur Galeriebesitzerin wurde, wirklich das Potential gehabt, um die deutsche Kunstszene voranzutreiben? Künstler wie Otto Dix, Otto Pankok und Gert Wollheim soll sie herausgebracht haben. Was war jedoch mit den anderen Galeristen vor Ort? Alfred Flechtheim begann schließlich seine beispielslose Karriere ebenfalls in der Düsseldorfer Kunstmetropole, und auch die Galerie Nierendorf begann im Rheinland.

In Deutschland war eine Künstlerexistenz als weiblicher Lebensentwurf noch um die Wende vom 19. Die Möglichkeiten für Frauen, einen künstlerischen Beruf zu ergreifen, sind in Europa einerseits eng verknüpft mit dem allgemeinen Selbstverständnis des Künstlertums, das seit der Renaissance einer starken Veränderung unterworfen war, andererseits mit den Zugangsmöglichkeiten zu einer künstlerischen Ausbildung. Die Kriterien, um eine künstlerische Laufbahn einschlagen zu können, waren in einzelnen Epochen unterschiedlich und gegenüber den Möglichkeiten von Männern asymmetrisch. Frauen waren von akademischer Ausbildung, so auch der künstlerischen, allgemein ausgeschlossen. Künstlerisch tätige Frauen waren seit jeher im Bereich des Kunstgewerbes vertreten oder nahmen privaten Unterricht.

Stärker als bei den männlichen Kollegen befand sich das berufliche Selbstverständnis von Künstlerinnen im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Spannungsverhältnis zur bürgerlichen Gesellschaft und im Besonderen zu ihrer gesellschaftlich zugeschriebenen Rolle als Ehefrau und Mutter. Eine künstlerische Ausbildung, ähnlich den akademischen Ausbildungsmöglichkeiten für Männer, war nur im Rahmen privater Ausbildungsstätten möglich.