Hirntod und Organtransplantation aus islamischer Sicht PDF

Bei Organspenden werden menschliche Organe für eine Transplantation zur Verfügung gestellt. Lebendspenden sind bei Nieren und Leber hirntod und Organtransplantation aus islamischer Sicht PDF Praxis, bei Gebärmüttern sind solcherartige Spenden in der Experimentalphase.


Författare: Omar Samadzade.
Inhaltsübersicht
1. Einführung in die Thematik
2. Leben und Tod im Islam
3. Das islamische Menschenbild
3.1. Islamische Aqida (arabisch: Glaubensüberzeugung)
4. Das islamische Ethikverständnis
5. Islamische Medizinethik
5.1. Ethisches Verhalten des muslimischen Arztes
5.2. Grundsätzliche ethische Prinzipien0
5.2.1. Autonomie
5.2.2. Schadensvermeidung
5.2.3. Nutzen
5.2.4. Gerechtigkeit
5.3. Heutige Realität der islamischen Medizinethik
6. Islamische Wissenschaftsgeschichte
6.1. Die Blütezeit der islamischen Wissenschaften
7. Islamische Medizingeschichte
7.1. Errichtung von Krankenhäusern
7.2. Organisation der Ärzteschaft
7.3. Ausgewählte Beispiele bedeutender muslimischer Ärzte
8. Das islamische Rechtsverständnis
8.1. Al-Fiqh – Die islamische Rechtswissenschaft
8.2. Einteilung der islamischen Rechtswissenschaft
8.2.1. Quellen des islamischen Rechts
8.3. Der islamische Rechtsspruch (arab.: Al-Hukm-u-Schari)
8.4. Die selbständige Rechtsfindung im Islam (arab.: Al-Idschtihad)
8.4.1. Historische Entwicklung des Idschtihad
8.5 Die islamischen Rechtsschulen
8.6. Beziehung von Nichtmuslimen zu Muslimen im islamischen Recht
8.7. Kompatibilität des islamischen Rechts mit dem bundesdeutschen Recht
9. Muslime in Europa
9.1. Historische Begegnungen zwischen Muslimen und Europäern
9.2. Schlussfolgerungen
10. Muslime in Deutschland
10.1. Geschichte der Muslime in Deutschland
10.1.2. Muslime in Deutschland seit 1945
10.2. Probleme einer konkreten zahlenmäßigen Erfassung
10.3. Zahlenmaterial über Muslime in Deutschland
10.4. Muslimische Organisationen in Deutschland
10.4.1. Organisationsstrukturen muslimischer Gemeinden
11. Organtransplantation und Hirntod
11.1. Geschichte der Organtransplantation
11.2. Rechtsstatus der Organtransplantation in der BRD
11.3. Definition des Hirntodes durch die Bundesärztekammer
11.4. Hirntod aus islamischer Sicht
11.4.1. Generelle Diskussionen muslimischer Wissenschaftler zum Hirntod
11.4.2. Diskussion von Muslimen in Deutschland über den Hirntod
11.5. Organtransplantation aus islamischer Sicht
11.5.1. Organtransplantation in der muslimischen Welt
11.5.1.1. Beispiele der Organspendepraxis aus der muslimischen Welt
11.5.1.1.1. Saudi Arabien
11.5.1.1.2. Türkei
11.5.1.1.3. Iran
11.6. Ethische und islamrechtliche Diskussionen zur Organtransplantation in der muslimischen Welt
11.7. Diskussion und Praxis der Organtransplantation von Muslimen in der Bundesrepublik Deutschland – Empirische Ergebnisse
11.7.1. Datenmaterial von Transplantationszentren der Bundesrepublik
11.8. Empirische Erhebung unter der muslimischen Bevölkerung
11.9. Standpunkte muslimischer Organisationen in der Bundesrepublik
11.10. Organhandel
12. Hirntod und Organtransplantation aus islamischer Sicht – Diskussion der Ergebnisse
13. Zusammenfassung
14. Literaturverzeichnis

Die Entnahme von Organen wie Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm wird nur post mortem vorgenommen. Der spendende Bruder selbst starb mehr als 56 Jahre später, 2010. Die erste Lebendspende einer Bauchspeicheldrüse wurde 1979 von einem Team um David Sutherland an der University of Minnesota in Minneapolis durchgeführt. Bis 2012 sind weltweit über eine halbe Million Nieren transplantiert worden. Eine Organspende im engeren Sinn betrifft solide menschliche Organe. Die beiden wichtigsten sind das Organalter sowie bestimmte Komorbiditäten des Spenders. Das Alter der Spender ist dabei weniger relevant als der Zustand der Organe.

Die Eignung von Organen zur Transplantation sollte im Einzelfall medizinisch geprüft werden. Eine Organspende verbietet sich dann, wenn der Spender an einem metastasierenden Krebsleiden, an einer aktiven und verbrauchenden Infektion, der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit beziehungsweise anderen Prionen-Erkrankungen oder einer chronischen Organfunktionsstörung leidet. So stehen mit Hepatitis B oder C Infizierte nicht für Leberspenden zur Verfügung. Drogenabhängigkeit ist keine unbedingte Kontraindikation zur Organspende.

Grundsätzlich kann zwischen Spendeorganen, welche nur einem Toten entnommen werden dürfen, und solchen, die auch durch eine Lebendspende übertragen werden können, unterschieden werden. In der Regel erzielen dabei Organe aus Lebendspenden einen höheren Transplantationserfolg. Es kann zwischen einer autologen, allogenen, syngenen, xenogenen und alloplastischen Transplantation unterschieden werden. Bei einer allogenen Transplantation sind der Spender und der Empfänger zwei verschiedene Personen. Die allogene Transplantation ist die weltweit am häufigsten durchgeführte Art der Transplantation.

Bei der Lebendspende spendet ein lebender Mensch eines seiner Organe oder die erforderlichen Zellen. Dies sind entweder paarig oder segmenthaft angelegte Organe oder Organe mit einer hohen Regenerationsfähigkeit. Die Transplantationserfolge unterscheiden sich dabei meist nicht signifikant oder jedenfalls nicht bedeutend voneinander. Gespendet werden von lebenden Personen Nieren und Leber. Auch Teile von Bauchspeicheldrüsen, Därmen und Lungen sind bereits nach Lebendspenden transplantiert worden.