Hans-Ulrich Wehler PDF

Wehler wuchs zur Hans-Ulrich Wehler PDF des Nationalsozialismus in Gummersbach in einer calvinistischen Familie auf. Im Jahr 1958 heiratete Wehler Renate, geb. Pflitsch, mit der er drei Söhne hatte. Der Unternehmensberater Gerhard Kienbaum war ein Vetter Wehlers.


Författare: Paul Nolte.

Hans-Ulrich Wehler war einer der einflussreichsten und produktivsten Historiker der Bundesrepublik – und er war ein ebenso brillanter wie scharfzüngiger Kommentator des Zeitgeschehens. Seine große Deutsche Gesellschaftsgeschichte, das Hauptwerk der „Bielefelder Schule“, ist zur Kathedrale einer ganzen Generation von Sozialwissenschaftlern geworden; noch in seinem letzten Buch trat er vehement der zunehmenden sozialen Ungleichheit entgegen. Paul Nolte portraitiert in diesem Buch den Historiker Hans-Ulrich Wehler und sein Werk.


In den sechziger Jahren wollte eine junge Generation von Historikern und Sozialwissenschaftlern frischen Wind in die erstarrte Disziplin bringen. Doch es ging ihr dabei nicht allein um methodische Fragen, sondern auch um die ‚linke‘ Veränderung der Gesellschaft und – nach der Erfahrung des Nationalsozialismus – um die Verankerung der Deutschen in der westlichen Demokratie. Das neue Paradigma dieser Generation war die Gesellschaftsgeschichte, Hans-Ulrich Wehler ihr prominentester Repräsentant. Paul Nolte, sein bekanntester Schüler, geht den biographischen Prägungen Wehlers nach, stellt sein Werk vor und analysiert die Grundmotive seiner Generation – einer Generation von Intellektuellen, die Deutschland entscheidend geprägt hat und nun selbst historisch zu werden beginnt.

An der Reformuniversität Bielefeld gehörte Wehler zu den Begründern der so genannten Bielefelder Schule, die sich als Vertreterin der Historischen Sozialwissenschaft mit ihrem universellen methodischen Anspruch für die Geschichtswissenschaft verstand. In den ersten Bielefelder Jahren war Wehler stark theorie- und strukturgeschichtlich orientiert. Das Konzept fand Niederschlag in zahlreichen kleineren und größeren Arbeiten. 1918 von 1973 für erhebliche Aufmerksamkeit gesorgt. In diesem setzte Wehler seinen strukturgeschichtlichen Ansatz erstmals konsequent um.

Nach zahlreichen Arbeiten etwa zum amerikanischen Imperialismus, aber auch zu theoretischen Fragen erschien 1987 der erste Band seiner Deutschen Gesellschaftsgeschichte. Neben seinen fachwissenschaftlichen Arbeiten beteiligte sich Wehler auch immer wieder an historisch-politischen Debatten in der breiten Öffentlichkeit. Dazu zählte im Jahr 1986 sein Eingreifen in den Historikerstreit, der sich an den Thesen Ernst Noltes entzündet hatte. In seiner Universitätsstadt schaltete er sich 1998 in die Debatte um die Kunsthalle der Stadt Bielefeld ein und verlangte die Entfernung des Namens Richard Kaselowsky. Im Jahr 2002 erregten Wehlers Thesen gegen den Beitritt der Türkei zur EU erhebliche Aufmerksamkeit. In einer Rezension für Die Zeit kritisierte Wehler 2010 die auch auf genetische Aspekte gestützte Argumentation des Buches Deutschland schafft sich ab von Thilo Sarrazin.