Höhepunkte der Kirchengeschichte PDF

Zur Höhepunkte der Kirchengeschichte PDF springen Zur Suche springen Die Pataria war eine ekstatische religiöse Bewegung im 11. Der Ursprung des Namens ist ungeklärt.


Författare: Bernd Jaspert.
Höhepunkte gab es viele im Laufe der Kirchengeschichte. Einige von ihnen werden hier vorgestellt: von Personen und Ereignissen von der Zeit der frühen Kirche bis zur Gegenwart. Ob sie an Einsichten in das Evangelium Jesu Christi und für die Ökumene etwas gebracht haben, wird geprüft. Heutige Theologen und Theologinnen sollten nicht nur die Fehlentwicklungen und Skandale, sondern auch die guten Entwicklungen der Kirchengeschichte im Auge haben. Sie kann man an ihren Höhepunkten ablesen.
Bernd Jaspert (geb. 1944), Dr. theol. von Marburg, war viele Jahrzehnte im Pfarrdienst der Ev. Kirche von Kurhessen-Waldeck tätig, u. a. als stellv. Direktor der Ev. Akademie Hofgeismar, und lehrte mehrere Jahre Kirchengeschichte an der Universität Marburg.

Entstehung und Entwicklung der Pataria sind eng verwoben mit den großen Konfliktlinien des 11. Von zentraler Bedeutung war auch hier der Streit zwischen Papst und Königtum um die Investitur der Bischöfe. Er wurde zum Ende des 11. Vor diesem Hintergrund ist das Wirken der Pataria, einer religiösen Bewegung, in mehreren oberitalienischen Städten zu sehen.

Radikale Kleriker und, in der übergroßen Mehrheit, Laien nahmen in Mailand, Cremona, Piacenza und Brescia gegen den örtlichen Bischof bzw. Der Verlauf der ersten Pataria und ihres Kampfes zur Reinigung und sittlichen Hebung des Mailänder Klerus kann grob in zwei Phasen eingeteilt werden. Seit ungefähr 1055 lässt sich Ariald, der Begründer der Pataria, nachweisen. Sein erstes Auftreten entsprach den Reformbestrebungen der Mitte des 11. Erlembald erreichte 1066 in Rom die Exkommunikation des Mailänder Erzbischofs Wido, unterschätzte aber anscheinend die Heftigkeit der Gegenreaktionen innerhalb Mailands. Ariald musste noch im selben Jahr die Stadt verlassen und wurde auf der Flucht von seinen Gegnern ermordet. Nach dem Märtyrertod Arialds war die Pataria nun auf Erlembalds alleinige Führung ausgerichtet.

Nicht zu unterschätzen ist die soziale Komponente dieser Auseinandersetzungen. Zwar kamen die Anhänger der Pataria aus allen Ständen, aber alle Quellen, auch die patariafreundlichen, betonen die breite nichtadlige Anhängerschaft, während die adligen Familien, aus deren Reihen der Mailänder Domklerus stammte, Gegner der Pataria waren. Das propatarenische Engagement Erlembalds und Landulf Cottas, Angehörigen der Mailänder Führungsschicht, stellt somit eine Ausnahme dar. Bei der Untersuchung des Wirkens der Pataria in den Jahren von 1057 bis 1075 tritt nicht nur die Aufwertung der städtischen Gemeinschaft als eine in sich zusammenhängende Struktur, deren Teile funktional aufeinander abgestimmt und bezogen waren, immer deutlicher hervor, sondern auch die Bedeutung von Öffentlichkeit als Raum, in dem die Auseinandersetzungen zwischen Patarenern und Vertretern der ambrosianischen Ordnung ausgetragen wurden. Aus diesem Grund war es keineswegs ein Zufall, dass die Patarener wiederholt die Volksversammlung und die Orte, wo sie stattfand, für ihre Agitation wählten.

Hier bestand die Möglichkeit, möglichst rasch eine große Zahl von Einwohnern zu informieren und zu vereinigen. Das Mittel der Vollversammlung wurde durch das Wirken der Pataria von einer schon lang eingeübten zur breit beanspruchten Praxis. Die in den Quellen oft beiläufig erwähnte Versammlung zum Beispiel im Theater war nicht nur der Ort öffentlicher Debatten und gemeinsamer Entschließungen, sondern auch eine Art Anklageforum bei Verstößen gegen den städtischen Frieden und gegen die idealiter von allen getragene städtische Friedensordnung. Die farbigen Berichte Landulfs über die mit dem Wirken der Pataria verbundenen Ausschreitungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den von den Quellen beschriebenen, mit Fanfaren und Glockengeläut einberufenen Versammlungen nicht unbeständiger Pöbel, sondern die Mailänder Einwohnerschaft grundsätzliche, für alle bindende Entscheidungen getroffen und mitgetragen hat, und sich durch das iuramentum commune zur Einhaltung verpflichtete. Der Tod Erlembals 1075 war nicht das Ende der Pataria in Mailand. Spätestens 1095 wird deutlich, dass es wieder eine neue aktive Pataria gab. Ihre Bedeutung innerhalb Mailands wurde von Arnulf III.