Grenzsicherungspolitik PDF

Dies ist ein als exzellent ausgezeichneter Artikel. Der Kaiser zeigte sich als ambitionierter und pflichtbewusster Staatsmann, der die Grenzen Chinas weit nach Zentralasien ausdehnte und die eigene Kultur nachhaltig förderte. Der spätere Qianlong-Kaiser wurde als vierter Sohn des Prinzen Yinzhen und Enkel grenzsicherungspolitik PDF Kangxi-Kaisers im Jahr 1711 geboren. Man gab ihm den Namen Hongli und verlieh ihm 1733 den Titel eines Prinzen Bao.


Författare: Monika Eigmüller.

Die Bildung, Etablierung und Sicherung der Europäischen Außengrenze genießt Priorität auf der europäischen politischen Agenda. Und auch in der Wissenschaft und Öffentlichkeit sind Grenzen und grenzüberschreitende Prozesse zu einem vielbeachteten Thema avanciert. Dabei fehlt jedoch eine empirisch fundierte, theoretische Fassung des Grenzphänomens. Monika Eigmüller untersucht am Beispiel der südlichen Außengrenze der EU die Strategien der Grenzbildung und Grenzetablierung und die Folgen dieser Politik mit speziellem Fokus auf den Bereich der Arbeitsmigration.

Hongli war kaum elf Jahre alt, als sein Großvater 1722 starb und sein Vater als Kaiser Yongzheng den Thron bestieg. Der neue Kaiser schätzte seinen vierten Sohn ebenso sehr und ernannte ihn unverzüglich nach seiner Thronerhebung testamentarisch zum Kronprinzen. Als 1735 Honglis Vater starb, war seine Nachfolge keine Überraschung mehr. Der Yongzheng-Kaiser hatte bereits offen seine Sympathie für den Prinzen Bao gezeigt. Der Prinz hatte des Öfteren als Regent in Abwesenheit des Vaters fungiert und war von diesem bei politischen Entscheidungen eingebunden worden. Als erste Maßnahme entschied der neue Kaiser, alle Mitglieder des kaiserlichen Clans aus wichtigen Ämtern zu entlassen. Qianlong misstraute seiner weitläufigen Verwandtschaft zutiefst und fürchtete Fraktionskämpfe innerhalb des Hofes, wie sie in den letzten Regierungsjahren seines Großvaters vorgekommen waren.

Qianlongs Alltag war durch Traditionen reguliert und er führte ein sehr diszipliniertes Leben. Am liebsten beschäftigte er sich mit der Poesie, dem Sammeln von Kunstwerken und dem Bau von Gärten und Palästen. Als Herrscher war Qianlong ungemein arbeitsam. Er bewältigte täglich große Mengen Papier und ließ kein Detail unberücksichtigt. Er traf gern schnelle Entscheidungen, wobei er für Ratschläge stets offen blieb.

Neben den vielen kleinen Änderungen, die Qianlong in den Institutionen des Reiches vornahm, ist die Ausdehnung des sogenannten baojia-Systems besonders zu erwähnen. Es bildete die unterste Ebene im sozialen Kontrollmechanismus und diente dazu, die Gesetze auf lokalem Gebiet durchzusetzen und ihre Anwendung zu überwachen. Beide Systeme waren nur bedingt wirkungsvoll, was soziale Kontrolle, Steuerabgaben und Volkszählung betraf. Kaiser Qianlong suchte diese Systeme zu reformieren und entschied sich 1740, eine Änderung einzuführen. Die Lokalbeamten sollten ab sofort nicht nur die erwachsenen Männer zählen, die zum Arbeitsdienst verpflichtet wurden, sondern die Arbeitsregistrierung mit dem Steuersystem verknüpfen und so alle Individuen eines Haushalts erfassen.

Wie sein Großvater Kangxi unternahm auch Qianlong ausgedehnte Inspektionstouren durch das Reich der Mitte. Diese Reisen dienten dem Kaiser dazu, sich persönlich ein Bild von den dringendsten Problemen im Land und den Fortschritten einzelner Projekte zu machen. Darüber hinaus waren sie große Ereignisse, durch die man Macht und Reichtum des Kaisers demonstrieren konnte. Solche Touren waren aufwendig und teuer.

Ihre Organisation war daher eine Herausforderung. Qianlong hatte Reisepaläste bauen lassen, um unterwegs eine behagliche Unterkunft zu haben. Die südlichen Touren führten in die großen Zentren der Region: Yangzhou, Nanjing, Suzhou und Hangzhou. Es gab verschiedene Möglichkeiten des Reisens. Man konnte zu Pferd über Land reiten oder den gesamten Weg in den Süden über den Kaiserkanal nehmen, der von Beijing nach Hangzhou führte. Der Wasserweg war bequemer und ermöglichte luxuriösen Komfort, doch meist bevorzugte Qianlong das Pferd. So konnte er sich sportlichen Aktivitäten wie Polo oder Bogenschießen weit besser hingeben.

Insbesondere gegen Ende der Regierungszeit Qianlongs griff im Verwaltungsapparat zunehmend Korruption um sich. Sie äußerte sich beispielsweise darin, dass lokale Beamte unter Anwendung von Gewalt oder Drohung von den Bauern mehr Abgaben forderten, als ihnen zustand, was die allgemeine Unzufriedenheit schürte und unter anderem zu den Aufständen des Weißen Lotus beitragen sollte. Steuerüberschüsse wurden bisweilen von den Magistraten nicht oder nur unvollständig an die Finanzkommissare der Provinzen weitergeleitet. Ein Grund für die genannten Zustände lag sicherlich in der mitunter prekären Situation der kaiserlichen Beamten.