Gräfin Cosel PDF

Dieser Artikel existiert auch als Audiodatei. Gräfin Gräfin Cosel PDF ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Anna Constantia Reichsgräfin von Cosel, geb. Anna Constantia wuchs als Tochter des Ritters Joachim von Brockdorff und seiner Frau Anna Margarethe, Tochter des reichen Hamburgers Leonhard Marselis, auf Gut Depenau auf.


Författare: Józef Ignacy Kraszewski.
Gräfin Cosel – die berühmte Mätresse Augusts des Starken
Sachsens König August der Starke steht in dem Ruf, "schön wie Apollo, stark wie Herkules, geil wie ein Satyr und gefährlich wie Jupiter" zu sein. Gerade hat er die polnische Krone an Schweden verloren. Der König ist gedämpfter Stimmung, so beklagt man bei Hofe. Auch seine Liebe zur Fürstin Teschen hat an Frische eingebüßt. Eine neue Gespielin muss her. Durch Zufall hören die intrigenerfahrenen Damen und Herren von Anna von Hoym, der außergewöhnlich schönen Frau von des Königs Steuereintreiber. Seit drei Jahren hat von Hoym, sonst selbst ein unverbesserlicher Schwerenöter, sie ängstlich vor dem Dresdner Hof in Laubegast verborgen. Man setzt alle daran, dass sie auf dem nächsten Ball erscheint. Und wirklich, sobald August Anna zu Gesicht bekommt, hat er nur noch ein Ziel: er will sie haben. Doch anders als des Königs bisherige Mätressen ist Anna stolz und unnahbar und stellt Bedingungen.
Im berühmtesten seiner Sachsen-Romane erzählt Kraszewski ihr anrührendes Schicksal und zeichnet ein prachtvolles Gemälde der königlichen Residenz in Dresden.

Anna Constantia wurde 1694 von ihren Eltern an den Hof des Herzogs Christian Albrecht nach Schloss Gottorf bei Schleswig geschickt, wo sie eine höfische Ausbildung bekommen sollte. Die 14-Jährige diente der Tochter des Herzogs, Sophie Amalie, als Hoffräulein. 1699 lernte Anna Constantia den um zwölf Jahre älteren Direktor des sächsischen Generalakzise-Kollegiums, Adolph Magnus von Hoym, in Wolfenbüttel kennen, der um ihre Hand anhielt. Nach längerer Verlobungszeit und der Heirat am 2. Juni 1703 lebte das Ehepaar auf Schloss Burgscheidungen. Dezember 1704 wurde August der Starke bei einem Brand im Hause Hoym auf die attraktive Anna Constantia aufmerksam und holte sie an den Hof, obwohl er sich zu dieser Zeit noch in einer Beziehung mit Fürstin Teschen befand.

Im Februar 1706 wurde Anna Constantia auf Bitten Augusts vom Kaiser zur Reichsgräfin von Cosel ernannt. Augusta Constantia Gräfin von Friesen, geb. Nach Auffassung des Hofes mischte sich Anna Constantia mittlerweile zunehmend in die Politik ein. Besonders ihr Versuch, Augusts Ambitionen auf die polnische Krone durch ihre dem Kaiser Karl VI. Um dem polnischen Adel Entgegenkommen zu demonstrieren, erschien letztendlich auch die Wahl einer katholischen Mätresse aus Polen opportun. August entschied sich schließlich für Gräfin Maria Magdalena von Dönhoff.

Anna Constantias Eifersucht und ihre Versuche, die neue Mätresse des Fürsten zu bekämpfen, veranlassten August schließlich dazu, sich gänzlich von der Gräfin Cosel abzuwenden. Da jede Anstrengung bezüglich einer gütlichen Trennung von der Gräfin zurückgewiesen wurde, entschied sich der Kurfürst für drastische Mittel. Dezember 1715 reiste sie nach Berlin, um den von August zurückgeforderten Ehevertrag zu beschaffen. Da sie Pillnitz jedoch nicht verlassen durfte, galt diese Reise als Flucht. Damit hatte sie eine Situation geschaffen, die der Kurfürst nicht hinnehmen konnte.

Jenes schriftlich fixierte Eheversprechen, das August ihr seinerzeit ausstellen ließ, wurde ihr nun zum Verhängnis. Für gewöhnlich wurden Deserteure in Preußen hingerichtet, weshalb der Kurfürst zuerst zögerte, aber die befürchtete Blamage ließ ihm keine Wahl. Nachdem der preußische König zudem versichert hatte, dass die zurückgeführten Soldaten nicht hingerichtet würden, stimmte August diesem Handel zu. August beließ der Cosel ihren gesamten Besitz. Ihr Vermögen belief sich nach damaligen Akten auf mehr als 500. Die Gräfin Cosel hielt sogar Hof in dem extra für sie ausgebauten Zeughaus, in welchem sie auch bis 1743 wohnte. Nachdem dieses durch einen Blitzeinschlag niederbrannte, zog sie in den dortigen Johannisturm um.

Im selben Jahr hob der Dresdner Hof die Kuratel auf, die Gräfin zog es jedoch vor, auf der Festung Stolpen zu bleiben. Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, warum sie die Festung nicht verließ. Ihre Kinder wurden am Dresdner Hof vorzüglich erzogen und wie alle Kinder Augusts bestens versorgt und später standesgemäß verheiratet. Anna Constantia von Cosel starb am 31. März 1765 84-jährig auf der Burg Stolpen. Heinrich Theodor Flathe: Cosel, Anna Constanze Gräfin von. Ein Lebensbild aus der Zeit des Absolutismus.

Thomas Kuster, Anna Constantia Hoym: Reichsgräfin Cosel. In: Der Aufstieg und Fall der Mätresse im Europa des 18. Ein Frauenschicksal am Hofe August des Starken. Viola Roggenkamp: Die Frau im Turm.