Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit PDF

MI richtet sich vor allem an Personen mit zunächst geringer oder ambivalenter Änderungsbereitschaft und kann daher am Beginn einer Suchtbehandlung stehen. Inzwischen wird MI aber auch im Bereich der psychotherapeutischen Arbeit, in allgemeiner medizinischer Behandlung, in der Gesundheitsförderung, der Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit PDF und im Vollzugswesen angewandt. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass es bei jedem Süchtigen gute Gründe für und gegen den Konsum sowie Vorteile und Nachteile einer Veränderung des Konsumverhaltens gibt.


Författare: Wolfgang Widulle.

Psychosoziale Berufe sind gekennzeichnet durch überdurchschnittlich hohe Anteile an sozialer Kommunikation im beruflichen Handeln. Hilfeprozesse werden nur durch gelingende Kommunikation wirksam und kompetente Gesprächsführung wird so zum Schlüssel für erfolgreiches berufliches Handeln. Fachkräfte der Sozialen Arbeit führen Gespräche oft unter herausfordernden Bedingungen: In der Klientenarbeit sind die Alltagsnähe von Hilfeprozessen, komplexe Mandatslagen, Unfreiwilligkeit, Gefährdungs- oder Krisensituationen solche Herausforderungen. Aber auch für die Kooperation mit Fachkräften und weiteren Akteuren in Hilfeprozessen, sowie für Organisations- und Ausbildungsbelange stellen sich häufig Bedingungen, die Gespräche anforderungsreich machen.

Das Lehrbuch versteht professionelle Gesprächsführung als die sozialkommunikative Form methodischen Handelns in der Sozialen Arbeit – und nicht als isolierte Gesprächsmethodik. Es vermittelt Grundlagenwissen und regt zur Arbeit an persönlich-beruflichen Haltungen an. Es führt in die Vorbereitung, Moderation und Evaluation bedeutsamer Gesprächsformen im Berufsalltag ein, zu denen es praxisnahe Gestaltungshilfen für Gespräche anbietet.

Lern- und Arbeitshilfen für das Training der Gesprächskompetenz stehen zusätzlich zum Lehrbuch online zur Verfügung.

So kann ein Raucher beispielsweise die Annahmen vertreten, dass Rauchen einerseits zwar die Geselligkeit fördere, andererseits jedoch ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko berge. Veränderungsbereitschaft vorhanden ist, muss diese erst in Phase 1 aufgebaut werden. Sobald Veränderungsmotivation vorhanden ist, sollen in Phase 2 konkrete Ziele und Veränderungspläne formuliert werden. Phase 1: In der ersten Phase des MI ist es Aufgabe des Beraters, die Bewusstmachung beider Seiten zu fördern, was zu einer gewissen Ambivalenz und einem Konflikt beim Konsumenten führt. Es wird davon ausgegangen, dass ein direktes Drängen, Konfrontieren und Argumentieren in Richtung einer Veränderung des Konsums, wie es oft von Angehörigen und Laien praktiziert wird, kontraproduktiv sei, da es beim Klienten vorrangig Widerstand hervorrufe.

Phase 2: In der zweiten Phase des MI sollen dann konkrete Ziele und Wege zur Zielerreichung herausgearbeitet werden. Die motivierende Gesprächsführung folgt 5 Prinzipien. Situation aus der Sicht des Klienten zu betrachten und zu verstehen. Fragen direktiv vorgegangen, um dem Pat.

Klient in der Zuversicht bestärkt wird, Veränderungen erreichen zu können. Hierbei handelt es sich um einen zentralen Aspekt der Motivation, der sich generell als wichtig für den Behandlungserfolg erwiesen hat. Beweisführung vermeiden: Das bedeutet einerseits, dass das Problemverhalten nicht anhand von Fakten nachgewiesen werden soll und man mit Diagnosebezeichnungen wie „Alkoholiker“ eher zurückhaltend umgehen soll, weil beides erfahrungsgemäß Widerstand erzeugen könne. Ursprünglich ist die motivierende Gesprächsführung nicht theoretisch abgeleitet, sondern sie entstand durch Beobachtung und Spezifizierung der Wirkfaktoren intuitiver klinischer Praxis. Nachträglich wird jedoch versucht, sie in einen theoretischen Kontext einzubetten. Des Weiteren baut MI auf der Theorie der Selbstwahrnehmung von Daryl J. Dessen Grundpostulat nimmt an, dass Attributionen und Einstellungen offenem Verhalten folgen.

Metaanalyse von 30 randomisiert-kontrollierten Studien zum MI durch. Die motivierende Gesprächsführung könne zwar als Technik in einer zweitägigen Schulung vermittelt werden, es bedürfe aber anschließend weiterer Supervision. William Miller, Stephen Rollnick: Motivierende Gesprächsführung. Lambertus, Freiburg im Breisgau 2015, ISBN 978-3-7841-2545-9. Kemeny: Motivational Interviewing: Arbeitshilfen für Therapie und Beratung.

Mit einem Geleitwort von Stephen Rollnick. Lambertus, Freiburg im Breisgau 2017, ISBN 978-3-7841-2932-7. Carl Rogers: Significant Aspects of Client-Centered Therapy. Deutscher Ärzteverlag, 2007, ISBN 978-3-7691-1227-6, S. Rollnick: Motivational interviewing: Preparing people to change addictive behavior.

Herry Zerler: Motivierende Gesprächsführung und Suizidalität. Motivierende Gesprächsführung bei der Behandlung psychischer Störungen. Beltz, Weinheim 2010, ISBN 978-3-621-27705-1, S. Klinische Psychologie und Psychotherapie für Bachelor: Band II: Therapieverfahren Lesen, Hören, Lernen im Web. Grundlagen der Selbstmanagementtherapie bei Jugendlichen: SELBST – Therapieprogramm für Jugendliche mit Selbstwert-, Leistungs- und Beziehungsstörungen.

Praxisratgeber zur Betreuung und Beratung von Kindern und Jugendlichen. Bandura: Self-efficacy: The exercise of control. Multidimensionale Familientherapie: Jugendliche bei Drogenmissbrauch und Verhaltensproblemen wirksam behandeln. Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit: Grundlagen und Gestaltungshilfen. Business Media, 2012, ISBN 978-3-531-18573-6, S. Menchola: The Efficacy of Motivational Interviewing: A Meta-Analysis of Controlled Clinical Trials. In: Journal of Consulting and Clinical Psychology.

Schattauer Verlag, 2015, ISBN 978-3-7945-3045-8, Sp. Interdisziplinäre Perspektiven auf den Zusammenhang zwischen Sport und Gesundheit. Diese Seite wurde zuletzt am 30. April 2017 um 20:27 Uhr bearbeitet.