Eine Analyse des Mythos in Platons Politikos PDF

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Författare: Sven Wunderlich.
Studienarbeit aus dem Jahr 2011 im Fachbereich Philosophie – Philosophie der Antike, Note: 1,7, Universität zu Köln, Sprache: Deutsch, Abstract: Platons Dialog Politikos gilt noch heute als eines der schwersten und komplexesten Werke des altgriechischen Philosophen. Im Dialog gehen die Beteiligten, beziehungsweise Platon, der Frage nach dem Wesen des Staatsmanns nach. Die Form und die verschiedenen Aspekte, die im Dialog Verwendung finden, machen diesen zu einem besonderen und komplexen Werk. Mit der wachsenden Komplexität des Werkes geht aber auch der Zugang zu der Schrift Platons verloren. Der Gedankengang ist schwerer nach zu empfinden und die verschiedenen im Dialog verwendeten Methoden sind schwer zugänglich. Zuweilen wird der Politikos auch als "spröde und literarisch
unattraktiv" oder "langweilig, scholastisch, kompliziert und konfus" bezeichnet. Trotz dieser Hindernisse bleibt der Dialog ein interessantes Stück der Philosophie. Zum einen, weil sich die Entwicklung Platons am Politikos ablesen lässt, zum anderen aber, weil viele der Aspekte im Dialog für sich genommen, erhebliches Potenzial zur Diskussion
bieten. Gerade weil der Politikos nicht zu der hohen Literatur Platons gezählt wird, ist er sehr interessant und lesenswert.
Einer der meistdiskutierten Aspekte im Politikos ist der Mythos, der im Werk Platons verwendet wird (269c – 274d). Der Mythos ist ein Einschub den Platon im vorderen Teil des Werkes vornimmt um einen Fehler beziehungsweise eine Ungenauigkeit in der vorherigen Argumentation aufzuzeigen.
In der folgenden Arbeit wird der Mythos aus dem Politikos im Mittelpunkt stehen. Die vordergründige Frage ist dabei, wozu der Mythos dient? Ist er ein reiner Exkurs um einen Fehler zu finden? Oder hat er einen anderen weitläufigeren Zweck? Warum muss es unbedingt ein Mythos sein, der in Platons Dialektik eingewoben wird? Dabei wird sich zunächst dem Politikos an sich gewidmet. Es werden einige Aspekte zum Werk Platons erläutert. Dann wird der Mythos im Mittelpunkt stehen. Dieser wird zunächst in
den Kontext des Dialogs gerückt. Anschließend werden der Inhalt des Mythos und deren Kontroversen erläutert. Dazu werden verschiedene Argumentationen von Forschern über den Zweck des Mythos im Politikos erläutert. Abschließend werden die Leitfragen der Arbeit anhand der vorherigen Erkenntnisse in einem Fazit beantwortet.

Er war Schüler des Sokrates, dessen Denken und Methode er in vielen seiner Werke schilderte. Die Vielseitigkeit seiner Begabungen und die Originalität seiner wegweisenden Leistungen als Denker und Schriftsteller machten Platon zu einer der bekanntesten und einflussreichsten Persönlichkeiten der Geistesgeschichte. Im literarischen Dialog, der den Verlauf einer gemeinsamen Untersuchung nachvollziehen lässt, sah er die allein angemessene Form der schriftlichen Darbietung philosophischen Bemühens um Wahrheit. Ein Kernthema ist für Platon die Frage, wie unzweifelhaft gesichertes Wissen erreichbar ist und wie man es von bloßen Meinungen unterscheiden kann.

In den frühen Dialogen geht es ihm vor allem darum, herkömmliche und gängige Vorstellungen über das Erstrebenswerte und das richtige Handeln als unzulänglich oder unbrauchbar zu entlarven, um dem Leser den Schritt von vermeintlichem Wissen zu eingestandenem Nichtwissen zu ermöglichen. Platon gründete die Platonische Akademie, die älteste institutionelle Philosophenschule Griechenlands, von der aus sich der Platonismus über die antike Welt verbreitete. Da die Platoniker Platon überschwänglich verehrten, wurden über sein Leben zahlreiche teils phantastische Anekdoten und Legenden verbreitet, die großenteils seiner Verherrlichung dienten. Es wurde sogar behauptet, er sei ein Sohn des Gottes Apollon, sein leiblicher Vater sei nur sein Stiefvater gewesen. Platon stammte aus einer vornehmen, wohlhabenden Familie Athens. Archon gewesen, hatte also das höchste Staatsamt bekleidet.

Während Platons Stiefvater demokratisch gesinnt war, gehörten zur Familie seiner Mutter Periktione mehrere prominente Politiker mit oligarchischer Haltung: Ihr Onkel Kallaischros gehörte 411 v. Laut der Chronik des Apollodoros wurde Platon 428 oder 427 v. Breite seiner Stirn oder seiner Brust angespielt wurde. Diese Behauptung wird von der Forschung als unglaubwürdig betrachtet. Auch eine Überlieferung, wonach Platon ursprünglich den Namen seines Großvaters Aristokles trug, ist eine im Rahmen dieser Legendenbildung entstandene Erfindung. In die Philosophie führte ihn Kratylos ein, ein Anhänger Heraklits, nach dem Platon später seinen Dialog Kratylos benannte. Als nach dem Kriegsende 404 in Athen die von den siegreichen Spartanern gestützte Terrorherrschaft der dreißig Oligarchen begann, zu denen Verwandte Platons gehörten, wurde er zur Beteiligung am politischen Leben eingeladen, lehnte jedoch ab, da er dieses Regime als verbrecherisch betrachtete.