Die Weltanschauungslehre Wilhelm Diltheys anhand der Schrift: ‚Die Typen der Weltanschauung und ihre Ausbildung in den metaphysischen Systemen‘ PDF

Zur empirischen Anwendung brachte Dilthey seine Die Weltanschauungslehre Wilhelm Diltheys anhand der Schrift: ‚Die Typen der Weltanschauung und ihre Ausbildung in den metaphysischen Systemen‘ PDF in der Weltanschauungslehre, einem Deutungsschema für die seiner Meinung nach gescheiterten Systeme der Metaphysik. Wilhelm Dilthey wurde 1833 als Sohn einer calvinistischen Predigerfamilie geboren.


Författare: Sonja-Christina Hirschberger.
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich Philosophie – Philosophie des 20. Jahrhunderts / Gegenwart, Note: 1,3, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Institut für Philosophie), Veranstaltung: Lebenswelt – Lebensform – Lebensstil, 19 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Arbeit behandelt im Rahmen des Hauptseminars Lebensform – Lebenswelt – Lebensstil die Weltanschauungslehre des Philosophen Wilhelm Dilthey. Dilthey, der seine bedeutendsten Werke in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts schrieb, vertrat eine historische Lebensphilosophie und gilt heute als einer der Begründer der Anwendung des hermeneutischen Prinzips auf die Geisteswissenschaften, deren Begriff er maßgeblich prägte. Damit wurde er auch zu einem Vorläufer der hermeneutischen Philosophie , aber auch der Phänomenologie . Dilthey wurde zunächst stark von Schleiermacher und dessen Hermeneutik beeinflusst. In vielen Werken setzt er sich kritisch mit dem aufkommenden naturwissenschaftlichen Wissenschaftsverständnis auseinander, von welchem er die Wissenschaften von den menschlichen Zusammenhängen getrennt wissen will. Durch die Verteidigung der Hermeneutik als Methode grenzt Dilthey erstmals die von ihm als "Geisteswissenschaften" bezeichneten Disziplinen von den empirischen Naturwissenschaften scharf ab. Hierbei richtet er sich gegen empiristische, intellektualistische, positivistische und – nach einigen Quellen – historistische Herangehensweisen an soziologische und philosophische Fragestellungen, wie beispielsweise die Soziologie von Auguste Comte. Lessing sieht in Diltheys Werk den Versuch einer philosophischen Grundlegung der Geisteswissenschaften, die das Fundament einer "Kritik der historischen Vernunft" bilden soll. Nach Makkreel schließt Diltheys Werk damit an Kants "Kritik der reinen Vernunft" an, berücksichtige jedoch – im Gegensatz zu dieser – die unterschiedlichen epistemologischen Ausgangssituationen in den Natur- und Geisteswissenschaften.
Die Weltanschauungslehre ist in diesem Kontext zu sehen. Nach Diltheys These liegen den Weltanschauungen wirkungsmächtige, jedoch individuelle, poetische, künstlerische, religiöse und metaphysische Äußerungen einzelner Persönlichkeiten zugrunde, die auf diesem Wege ihre Lebenswelt interpretieren. Die jeweilige Entwicklung einer Weltanschauung hängt somit von zwei Faktoren ab: Zum einen von epistemologischen Konstanten, die das Fundament aller menschlichen Biographien und damit aller Äußerung bildeten; und zum anderen von der jeweiligen historischen Situation, in der sich der Künstler, Dichter oder Philosoph befunden habe.

Tochter des herzöglichen Kapellmeisters Johann Peter Heuschkel in Hildburghausen. Wunsch seiner Eltern Theologie, Geschichte und Philosophie u. 1856 legte er sein erstes theologisches Staatsexamen ab. Nach Abschluss der staatlichen Schulamtsprüfung wurde er Lehrer am Französischen und Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin. Reise nach Bad Elster kennen lernte.

Clara heiratete später Diltheys Schüler Georg Misch. Sie bearbeitete und veröffentlichte einen Teil des Nachlasses ihres Vaters. Dilthey engagierte sich um 1900 für die Frauenbewegung. So gehörte er der 1893 von Helene Lange gegründeten Vereinigung zur Veranstaltung von Gymnasialkursen für Frauen an, die sich für ein Recht der Frauen auf ein Universitätsstudium einsetzte. 1905 kam Husserl nach Berlin zu Dilthey zu Besuch.

Der Naturalismus hat als Strömung seit dem 17. Jahrhundert dazu geführt, dass ein mechanisch-kausales Naturverständnis auch auf das Innenleben des Menschen übertragen wurde, also seinem Geistes- und Gefühlsvermögen dieselben kausalen Gesetze unterstellt wurden, wie man sie bei der physikalischen Beschreibung der Natur vorfand. Diese Erklärung hat allerdings nicht dazu geführt, dass die Naturwissenschaft ihre Ergebnisse als Konstruktionsmittel und hypothetische Erkenntnisse wertete. Diltheys Lösung besteht in der Unterscheidung von Natur- und Geisteswissenschaften, welche zugleich die Autonomie und Freiheit des Vernunftwesens Mensch wiederherstellen soll: Statt in den Naturzusammenhang band Dilthey den Menschen dabei in den Geschichts- und Kulturzusammenhang ein, innerhalb dessen sich seine geistige Spontanität zeigt und ausbildet. Nach dieser frühen persönlichen Ablösung vom Naturalismus und Positivismus suchte Dilthey ein neues Fundament, von dem aus das menschliche Leben in seiner ganzen Breite verstanden werden kann. Breslauer Ausarbeitung, die bereits 1880 größtenteils ausformuliert vorlag.

Mein Bewußtsein ist der Ort, welcher diese ganze, scheinbar so unermeßliche Außenwelt einschließt, der Stoff, aus welchem alle Objekte, die sich in ihr stoßen, gewoben sind. So weit sich diese mir erscheinenden Objekte erstrecken, so weit erstreckt sich der Zusammenhang meiner Vorstellungen. Ding aufgefasst und verlangt dann nach einem Prädikat. Der Begriff des Bewusstseins ist für Dilthey vielmehr aufweisend und nicht beschreibend. In den Adern des erkennenden Subjekts, das Locke, Hume und Kant konstruieren, rinnt nicht wirkliches Blut, sondern der verdünnte Saft von Vernunft als bloßer Denktätigkeit. Die durch Descartes aufgekommene Idee eines Subjekts, das sich erst der Außenwelt versichern müsste, weist Dilthey durch den Hinweis auf das Erleben als Grundstruktur jeglicher Realität zurück.

Kraft die Realität vor mich, welche mit dem Bewußtsein damit, daß etwas für mich da ist, verbunden ist. Damit ist das Erlebnis in seiner Allgemeingültigkeit aufgewiesen: es liegt aller Realität zu Grunde. Das unmittelbare Dasein von Bewusstseinsinhalten für einen selbst und den in jeder Biographie der Person immer schon vorliegenden Zusammenhang dieser Inhalte nennt Dilthey Leben. Die Inhalte sind dabei nie einzeln, sondern immer ineinander verwoben, denn nichts Neues kann in diesen Zusammenhang treten, ohne sich in irgendeiner Form zu ihm in Bezug zu setzen. In Bezug auf das Bewusstsein nannte Dilthey dann einen eingegrenzten Bereich dieses Lebens auch Erlebnis. Die Wirklichkeit ist dann genau dieses Leben als Zusammenhang von Erlebnissen.

Wenn sie verstanden werden soll, so ist Verstehen nur als Bewegung von Leben zu Leben möglich. Das Verstehen schließt dabei nicht nur den Verstand mit ein, sondern die Gesamtheit der menschlichen Gemütskräfte. Ursprung ausgemacht hatte, konnte er sich darauf konzentrieren, die Unterschiede zwischen den Naturwissenschaften und der historisch ausgerichteten Geisteswissenschaft auszuarbeiten. Folgende Gegenüberstellung skizziert einige Unterschiede zwischen Natur- und Geisteswissenschaft. Es ist allerdings zu beachten, dass es Dilthey nie um eine vollkommen scharfe oder gar absolute Trennung beider Wissenschaften ging.