Die tun nicht nichts, die liegen da und wachsen PDF

Die Firmung gehört immer noch zu den „Pflicht-Die tun nicht nichts, die liegen da und wachsen PDF“ – selbst wenn in vielen Gemeinden auch die Zahl der Firmbewerber zurückgeht. Auch das, was Firmung bedeutet, ist geklärt: Wer als Kind getauft wurde, kann nun sein eigenes, selbstbestimmtes „Ja“ zum Glauben sprechen. Alter der Firmanden sollte daher so gewählt werden, dass die naive Imitation der Eltern oder der Altersgenossen wegfällt.


Författare: Elisabeth Raffauf.
Irgendwie haben wir sie ja alle überlebt, die Pubertät. Und aus den allermeisten von uns ist sogar was Anständiges geworden. Warum befürchten wir dann, dass unsere pubertierenden Kinder nie die Kurve kriegen werden? War es bei uns früher anders? Oder waren wir genauso, nur unser Blickwinkel hat sich aus der Elternperspektive fundamental geändert? Elisabeth Raffauf erzählt wahre Pubertätsgeschichten, die mit einem Augenzwinkern dazu einladen, sich an die eigenen Chaosjahre zu erinnern. Das hilft enorm, die heutigen Jugendlichen in ihrem Zwiespalt zwischen Anlehnungsbedürfnis und Rebellion zu verstehen und die eigene Elternrolle neu zu erkunden.

Firmung ist Tauferneuerung“ – das ist die einleuchtende und knappe Formel. Schade nur für das ganze Konzept, dass das Firmsakrament doch etwas anderes ist. Ein Teil dieser Katechese erscheint demnächst als farbiges Heft in der Reihe „Kannst Du mir das mal erklären? In unserem katholischen Glauben gibt es vieles, was nicht so einfach zu verstehen ist. Vor allem, wenn jemand Dich danach fragt, der selbst nicht katholisch ist – oder »nicht so richtig katholisch«.

Beichte«, »Anbetung«, »Erlösung« oder eben »Firmung« mit unserem Glauben zu tun haben, dann müssen wir natürlich zuerst überlegen, was denn »Glauben« eigentlich bedeutet. Aber, ich behaupte einfach mal, dass dieser Vergleich nicht zu toppen ist: »Der Glaube an Gott ist so ähnlich wie eine Liebesbeziehung zwischen Menschen. Dieser Vergleich ist so gut und lässt so Manches verstehen, das vorher ganz seltsam klang, dass ich lange Zeit gar nicht gemerkt habe, dass der Vergleich: »Glauben – das ist so ähnlich wie Deine Beziehung zu Deinem Freund « gar kein Vergleich ist – beides ist tatsächlich dasselbe. Beziehung, so finden sich immer wieder Anknüpfungspunkte, die plötzlich erhellen, was zuvor recht verwirrend klang. Eine Beziehung zu einem Freund, eine Liebesbeziehung oder eine Partnerschaft – da kann sich jeder etwas darunter vorstellen. Jeder weiß um die Voraussetzungen, die dazu nötig sind. Glauben und Gottesbeziehung sind uns in großen Teilen fremd geworden – und so ist es durchaus hilfreich, das Menschliche zu nehmen um dadurch das Göttliche zu veranschaulichen.

Bevor ich die Gedanken aufnehme, die uns zur Frage „Was ist die Firmung? Wirklichkeit nicht die Gottesbeziehung ein Abbild der menschlichen Beziehung ist – es ist vielmehr umgekehrt. Die eigentliche, ursprüngliche und intensivste Liebesbeziehung ist die göttliche. Ich bin fest davon überzeugt, dass derjenige, der eine lebendige und freie Beziehung zu Gott hat, dadurch für menschliche Partnerschaften viel mehr lernt und begreift als jemand, für den der Glauben nur eine theoretische Überlegung ist. Deswegen glaube ich auch, dass die Firmung nicht nur für den Glauben, sondern auch für die Liebe äußerst wichtig ist. Für die Liebe zu Gott – und jede Liebesbeziehung zwischen den Menschen.

Nicht, dass Du denkst, ich fange jetzt an, den ganzen Glauben zu erklären. Manchmal sind wir Priester so: Man stellt uns eine kurze Frage, und wir erklären sofort die ganze Welt. Vielleicht liegt das daran, dass die Menschen heute viel zu wenig fragen. Wenn Du dann einen Priester fragst, freut er sich so darüber, dass er sofort einen Vortrag hält, der kein Ende nimmt. Nein, ich fange nicht deshalb mit der Taufe an, weil ich Dir jetzt alles erklären will.

Es ist vielmehr so, dass Taufe und Firmung ganz eng zusammengehören. In früheren Jahrhunderten wussten manche Theologen nicht einmal, was der Unterschied zwischen Taufe und Firmung ist. Es gab sogar ein Preisausschreiben, in dem der Theologe einen Preis bekam, der den Unterschied am besten erklären konnte. Also – was passiert in der Taufe? Um es kurz zu machen: Taufe ist der Beginn Deiner Liebesbeziehung mit Gott. Da haben wir es wieder: Glauben ist eine Liebesbeziehung!

Da die meisten Menschen in unserer Gegend allerdings schon als kleine Kinder, ja sogar als Säuglinge getauft werden, ist das natürlich erst einmal eine sehr einseitige Beziehung: Gott liebt den Menschen und verspricht ihm Seine Liebe. Vor allem hält Gott sich daran, dass es eine wahre und gute Liebe ist – also keine Einengung, keine Bevormundung. Nicht, wie die Werbung, die uns manipulieren will. Sondern wie Romeo um Julia wirbt. Die Zeit nach der Taufe ist die Zeit der Verliebtheit.