Die Krankhaften Geschwülste, Vol. 2 PDF

Beim gesunden Ohr sind das verhornende Plattenepithel des äußeren Gehörgangs und das Schleimhautepithel des Mittelohrs durch das Trommelfell vollständig voneinander getrennt. Cholesteatome können auch außerhalb des Ohres in der Schädelhöhle oder Schädelwand entstehen. Im Rahmen die Krankhaften Geschwülste, Vol. 2 PDF Operationen bei chronischen Eiterungen des Warzenfortsatzes war es Ernst von Bergmann, der im Jahre 1899 eine Fortnahme der hinteren Gehörgangswand forderte.


Författare: Rudolf Virchow.

Hierbei sind die histologisch verschiedenen Trommelfellabschnitte mit zu berücksichtigen. Gehörgang hin findet sich ein mehrschichtiges Plattenepithel, Stratum cutaneum, während zur Paukenhöhle hin ein einschichtiges Plattenepithel, Stratum mucosum ausgebildet ist. Der histologisch unterschiedliche Aufbau führt im Sinne einer Prädilektionsstelle zu einem begünstigten Auftreten etwa eines primären Cholesteatom im Bereich der Pars flaccida. Denn chronische Tubenbelüftungsstörungen können zu einer Retraktionstasche in der Pars flaccida führen. Cholesteatom: Plattenepithel mit Hornlamellen und rechtsseitig anliegend die Perimatrix.

Von der Cholestatommatrix muss also die Cholesteatomperimatrix unterschieden werden, diese entsteht aus dem subepithelialen Bindegewebe. Somit lassen sich am Cholesteatom, aus pathohistologischer Sicht, zwei wesentlichen Schichten darstellen. Die Cholestatommatrix ist die oberflächlich gelegene Epithelschicht mit verhornenden Plattenepithelzellen und Zelldetritus. Sie gleicht dem Trommelfellepithel und dem Gehörgangsepithel, jedoch ohne dessen Anhangsgebilde.

Hingegen stellt die Perimatrix das darunter liegende Bindegewebe dar, sie ist für den Stoffaustausch des Epithel zuständig und entzündlich aktiviert. Je nach Entzündungsaktivität ist ihre Dicke und Ausdehnung verschieden. Bei hoher inflammatorischer Aktivität kann die zwischen Matrix und Perimatrix gelegene Basalmembran stellenweise unterbrochen sein. Epithel zu einer Steigerung des Entzündungsprozesses. Rechtes Trommelfell in der Ansicht von lateral. Das Cholesteatom besteht im Querschnitt aus schneeweißen, zwiebelschalenartig übereinandergelagerten abgestorbenen Epithelschichten. Hinzu kommen entzündliche und regressive Veränderungen.

Eustachi-Tuben zu einer Entzündung im Mittelohr kommt. Charakteristisch für diese Erkrankung ist der zentrale Defekt im Trommelfell. Der Trommelfellrand, Anulus fibrosus ist dabei überall erhalten. Beim Blick mit dem Otoskop auf das Trommelfell findet man dort, am Rande typischerweise einen Defekt, ferner sieht man weißliche Granulationen oder auch rote Pseudopolypen im Defekt. Trommelfelldefekt lässt randständige Keratinozyten des mehrschichtiges Plattenepithels, Stratum corneum in die Paukenhöhle einwachsen und induziert hierdurch eine entzündliche Reaktion. Dieses inflammatorische Milieu schafft für das Plattenepithel einen Wachstumsreiz. Zytokine kommt es im einschichtigen Plattenepithel, Stratum mucosum der Paukenhöhle zu einer Metaplasie des Epithels.

Keratinozyten können unter bestimmten Umständen eine lückenhafte Basallamina durchdringen. In der bindegewebigen Lamina propria oder Stratum fibrosum und damit in den subepithelialen Raum eingedrungen entstehen aufgrund wachsender Verhornung, sogenannte Einschlußzysten. Die Klassifikation der entzündlichen Mittelohrcholesteatome kann von verschiedenen Gesichtspunkten aus vorgenommen werden, so primär, sekundär oder topographisch anatomisch. Die plausibelste Form ist die der Einteilung nach dem Ort des Entstehens. Im Hinblick auf die Entstehung bzw. Beim primären Cholesteatom fehlen Entzündungen in der Vorgeschichte. Trommelfells im obersten Teil des Trommelfells, vermutlich durch eine chronische Störung der Tubenventilation.

Immigrationscholesteatom: Es entsteht durch aktives Einwachsen von Epithelzapfen in die Shrapnell’sche Membran. Das seltene kongenitale Cholesteatom entsteht aus Zellversprengungen während der Embryonalphase, genauer gesagt durch nicht vollständig zurückgebildetes mesenchymales Gewebe in der Submukosa des Mittelohres. Die Diagnose wird mit Hilfe der Ohrmikroskopie gestellt. Der typische Befund ist ein Defekt in der Pars tensa oder Pars flaccida des Trommelfells mit Nachweis weißlich-gelber Schuppen oder Zellmassen in der Läsion. Nicht selten finden sich Polypen aus Granulationsgewebe. Mit Blick auf das Trommelfell und dem Mittelohr. Zumeist befindet sich das Cholesteatom am oberen, hinteren Teil der Paukenhöhle, so dass sich sein Detritus durch eine Perforation an der Pars flaccida des Trommelfells, seltener auch an der Pars tensa dann aber am Rand nahe dem Faserring, Anulus fibrocartilagineus in den Gehörgang entleert.