Die Geschichte Russlands im 16. und 17. Jahrhundert aus der Perspektive seiner Regionen PDF

Sibirien war seit frühester Zeit von Stämmen unterschiedlicher Herkunft bzw. Westen und Die Geschichte Russlands im 16. und 17. Jahrhundert aus der Perspektive seiner Regionen PDF als Kurgan-Völker nach Südwestsibirien. In Tuwa ist ihre Anwesenheit seit dem 9.


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Die Geschichte Russlands ist seit jeher vorwiegend aus der Perspektive seiner Hauptstädte betrachtet worden. Erst seit dem Ende der Sowjetunion hat sich die internationale Forschung vermehrt der Regionalgeschichte Russlands im 16. und 17. Jahrhundert zugewandt. Der Sammelband zieht eine erste Zwischenbilanz dieser neuen Zugänge mit 25 Beiträgen russischer, amerikanischer, französischer und deutschsprachiger Historiker, wobei Russland nicht nur durch Historiker aus Moskau und Petersburg, sondern auch durch Spezialisten aus regionalen Forschungsstätten vertreten ist. Die Beiträge behandeln die Regionen des russischen Nordens und Westens, die multikonfessionelle Wolgaregion und die Kosakengebiete im Süden und Osten des Landes. Die wichtigsten Themen betreffen Historiographie, Verwaltung, orthodoxe Kirche, Klöster und Frömmigkeit, Adel, Städter und Bauern sowie die Frage eines regionalen Bewusstseins im Russland der Frühen Neuzeit. Der Band erbringt den Nachweis, dass die herrschende Erzählung von Zentralisierung, Autokratie, Allmacht der Zaren und Ohnmacht der Provinzen partiell revidiert werden muss.

Das Minussinskgebiet verzeichnet seit dem Anfang des 1. Trotzdem bildet diese Verschiebung der Steppenvölker nur einen Teil der sibirischen Geschichte ab, finno-ugrische Völker, samojedische Völker und mandschu-tungusische Völker ergänzen das Bild. Bewässerung und Straßenbau werden ihnen zugeschrieben. Erste Kontakte der Rus nach Sibirien datieren in die Glanzzeit der Nowgoroder Republik seit dem 11.

Einzelne Jägersippen waren ab dieser Zeit den Russen und später den Mongolen gegenüber tributpflichtig. Wichtigste Händlerfamilie waren die Stroganows in Perm, die den Salzhandel kontrollierten. 1558 erhielten sie von Zar Iwan IV. Landbesitz und Privilegien, wie die Erlaubnis zum Festungsbau und zum Aufstellen von Truppen sowie Steuerbefreiungen, mit denen sie die Kolonisation Sibiriens vorantrieben. Mir genannt, war für damalige Verhältnisse relativ frei und selbstbestimmt. Die Vorsitzenden wurden von den männlichen Steuerzahlern gewählt, verteilten die Gemeinschaftsaufgaben, sprachen Recht, stellten die Steuern für den Fiskus bereit und sorgten für einen sozialen Lastenausgleich.

Trotzdem zog sich die russische Eroberung Sibiriens bis zum Anfang des 18. Burjaten, Chanten und Korjaken viele Jahrzehnte gegen die Tributeintreiber des Zaren. Im Fall der Burjaten führte der harte Widerstand dazu, dass sie im 19. Auch mit den Chinesen kamen die russischen Expeditionen und Händler bald in Kontakt. Während China sich traditionell stark gegen das Ausland abgeschottet hatte, bestand zugleich großes Interesse an den von russischen Händlern angebotenen Pelzen. 1689 schlossen beide Reiche den Vertrag von Nercink.

Besiedlungspolitik: Gezielt wurden russische und ukrainische Bauern entlang der Flüsse angesiedelt. Auch die zuvor wenig forcierte Missionierung der Eingeborenen wurde ab der Regierung Peters systematisch betrieben. So führte Bering eine Expedition nach Kamtschatka. Jahrhundert gab es mehr russische Siedler als Sibirjaken. Zur Kolonialisierung wurden nun auch Serben, Bulgaren, Rumänen und Deutsche motiviert.

In den letzten beiden Jahrzehnten des 19. 1911 wanderten 3,5 Millionen Russen nach Sibirien, 1905 waren 90 Prozent der 9,4 Millionen Einwohner Sibiriens Russen. Wie im amerikanischen Wilden Westen stellte die Oberschicht Sibiriens Ende des 19. Jahrhunderts ihren neu erworbenen Reichtum protzig zur Schau, orientierte sich an der Pariser Mode, verfügte seit den 1880ern über elektrisches Licht. Doch im Gegensatz zum russischen Westen hatten auch die großen Städte wie Irkutsk ungepflasterte Straßen und keine wirkliche Kanalisation. Neben Butter, Weizen, Holz und Kohle war vor allem das Gold wichtig.

1908 erzeugte Sibirien drei Prozent des Wertes der russischen Industrieproduktion mit einem Prozent seiner Arbeitskräfte. Neben der positiven Seite gab es auch eine negative: die Arbeitsbedingungen. Noch 1910 hausten die Arbeiter auf den Goldfeldern an der Lena meist in Erdhöhlen und unter Planen. Die Löhne wurden von den hohen Preisen in gesellschaftseigenen Läden aufgefressen und Misshandlungen waren an der Tagesordnung.