Die Ethik des Thomas von Aquin PDF

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Författare: Patrick El Haouzi.
Essay aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Philosophie – Philosophie des Mittelalters (ca. 500-1300), Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, Sprache: Deutsch, Abstract: In meiner Hausarbeit im Rahmen der Vorlesung "Einführung in die Ethik" beschäftige ich mich mit der Moralphilosophie des Thomas von Aquin, sowie in Teilen mit der aristotelischen Tugendlehre, welche Thomas aus christlicher Sicht interpretiert. In weiten Teilen übernimmt Thomas das aristotelische Gedankenmodell, an den entscheidenden Punkten jedoch setzt sich eine christliche Sichtweise durch, welche die Unterschiede zwischen den Ausführungen der beiden Philosophen erklärt. Das menschliche Handeln ist auf ein bestimmtes Endziel hin ausgerichtet, in diesem Punkt stimmen die beiden überein, wobei die Definition dieses Endziels und wie bzw. wodurch es erreicht werden kann, je nach Sicht sich deutlich unterscheiden. Aus thomistischer Sicht ist die Glückseligkeit als Ziel nicht im diesseitigen Leben, sondern im jenseitigen, in Gott zu finden, für Aristoteles gelten auch diesseitige Aspekte. Der Tugendbegriff hat von der Antike bis ins Mittelalter einen Wandel vollzogen, vor allem christliche Aspekte sind hinzugetreten. Zwar übernimmt Thomas einige Begriffe der aristotelischen Tugendlehre, doch versucht er diese mit theologischen Begriffen und Ansichten in Einklang zu bringen. Diese Veränderungen der Auslegung werde ich versuchen aufzuzeigen. Als Abschluss der Hausarbeit werde ich selbst Stellung zu dem Thema beziehen und sowohl thomistische, als auch aristotelische Standpunkte einer Kritik unterziehen, auch unter Berücksichtigung der heutigen Zeit.

Neujahr 1225 im Schloss Roccasecca, von Aquino 9 km entfernt, als siebtes Kind des Grafen Landulf von Aquino und Donna Theodora, Gräfin von Teate, geboren. An der Universität Paris studierte er von 1245 bis 1248 bei Albertus Magnus, dem er dann nach Köln folgte. Von 1248 bis 1252 war er dort Student und Assistent des Albertus. Der schier unglaublichen Menge seiner Schriften nach zu urteilen liegt es nahe, dem Zeugnis seines Hauptsekretärs zu glauben: Demnach hat der Aquinat drei oder vier Sekretären gleichzeitig diktiert. März 1274 auf der Reise zum Zweiten Konzil von Lyon im Kloster Fossanova. 1567 wurde er in den Rang eines Kirchenlehrers erhoben.

Thomas von Aquin und Albertus Magnus waren nicht die ersten katholischen Aristoteliker. 100 Jahre vor der ersten arabischen Aristotelesübersetzung. Ein Kernelement der thomistischen Ontologie ist die Lehre von der Analogia entis. Sinn besitzt, je nachdem, auf welche Gegenstände es bezogen wird. Auch die Unterscheidung von Substanz und Akzidenz ist für das System des Thomas bedeutend. Er folgt dabei der aristotelischen Lehre, wonach dem Akzidens kein eigenes Sein zukommt, sondern nur ein Sein an der Substanz.

Eine weitere wichtige Unterscheidung ist die von Materie und Form. Die Grundformen Raum und Zeit haften untrennbar an der Materie. Um die mit dem Werden der Dinge zusammenhängenden Probleme zu lösen, greift Thomas auf die von Aristoteles geprägten Begriffe Akt und Potenz zurück. Veränderung gibt, ist er actus purus, also reine Wirklichkeit. Zu den besonders bedeutenden Aussagen der thomistischen Erkenntnistheorie gehört ihre Wahrheitsdefinition der adaequatio rei et intellectus, d. Dagegen ist es der rezeptive Verstand, der diese Erkenntnisse aufnimmt und speichert. Dieser Hintergrund ist aber kaum mehr sichtbar.

Während Thomas an Aristoteles wenig Kritik übt, zitiert er Platon ausschließlich, um ihn zu kritisieren. Die Erkenntnislehre des Thomas von Aquin unterscheidet sich fundamental von der Platons. Für Platon ist die Welt der sinnlich wahrnehmbaren Objekte nur ein sehr unvollkommenes Abbild der eigentlichen Realität hinter den Dingen, was er in seinem Höhlengleichnis veranschaulicht. Für Aristoteles und Thomas ist aber die physische Existenz eine Vollkommenheit und nicht bloßes Abbild von etwas Höherem. Thomas’ Anthropologie weist dem Menschen als leib-geistiges Vernunftwesen einen Platz zwischen den Engeln und den Tieren zu. In der Ethik verbindet Thomas die aristotelische Tugendlehre mit christlich-augustinischen Erkenntnissen. Die Tugenden bestehen demnach im rechten Maß bzw.