Didaktik für eine gelebte Mehrsprachigkeit PDF

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Författare: Peter Cichon.
Das Bekenntnis zu Mehrsprachigkeit als bereicherndem kulturellem Kapital kommt vielen Europäern recht leicht über die Lippen. Gleiches gilt für die Politik. Schaut man etwas genauer hin, stellt sich rasch heraus, dass die meisten Befürworter dabei an Bildungsmehrsprachigkeit denken, an den Kanon der großen internationalen Verkehrssprachen, die der schulische Fremdsprachenunterricht vermittelt, an Englisch, Französisch, Italienisch, heute mehr und mehr auch an Spanisch. Weit weniger denken sie dabei an Formen konkret gelebter innerstaatlicher Mehrsprachigkeit, an die Begegnung zwischen der Staatssprache auf der einen und Regional-, Migranten- und Nachbarsprachen auf der anderen Seite, die aber gleichwohl alltägliche Praxis sind. Auch sie gutzuheißen und ihre schulische und soziale Präsenz zu fördern, fällt vielen Menschen deutlich schwerer. Wie vielfältig entsprechend die Herausforderungen sind, denen sich die Umsetzung innerstaatlicher Mehrsprachigkeit gegenübersieht, ist Gegenstand des vorliegenden Buches, das auf der Basis einer bereits langjährigen, fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen MitarbeiterInnen des Instituts für Sprachwissenschaft der Universität Bratislava und des Instituts für Romanistik der Universität Wien entstanden ist.

Die Zahl der Kinder, die von Geburt an mit zwei Sprachen gleichzeitig aufwachsen, steigt in der heutigen Gesellschaft stetig an. Nach Angaben des Verbandes binationaler Familien und Partnerschaften e. Kinder, die 2003 in Deutschland geboren wurden, wenigstens ein Elternteil ausländisch gewesen. Das bedeutet, dass frühe Zweisprachigkeit für fast ein Viertel der in Deutschland lebenden Kinder etwas Alltägliches geworden ist.

Oftmals wird angenommen, dass Zweisprachige ihre beiden Sprachen gleich gut beherrschen, was jedoch nicht immer zutreffend ist. Zweisprachige hingegen verfügen in einer Sprache über bessere Lese- oder Schreibfähigkeiten als in der anderen Sprache. Ursache für diese Ungleichheit sind u. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Zweisprachigkeit und den Erfahrungen und Erkenntnissen, die hinsichtlich der bilingualen Erziehung in der Praxis gemacht worden sind. Das Hauptaugenmerk liegt daher auf der intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema der bilingualen Spracherziehung. Das Thema Zweisprachigkeit wird als Ergebnis eines natürlichen Prozesses, d. Obwohl das Phänomen Zweisprachigkeit längst keine Ausnahme mehr darstellt, haben zahlreiche Sprachwissenschaftler noch bis in die 60er Jahre geglaubt, dass zweisprachige Kinder phantasielos, sprachlich verspätet und sprachlich unkreativ seien.

Aufgrund von mehreren Autoren, die über die zweisprachige Erziehung ihrer Kinder mit positiven Ergebnissen berichteten, gab es nach 1950, besonders in Kanada, Amerika und Belgien, einen positiven Wandel in der Denkweise bezüglich zweisprachig aufwachsender Kinder. Sprachwissenschaftler stellten plötzlich Thesen auf, wie z. Kinder eine zweite Sprache spielend leicht erlernen, während einsprachige Kinder diese später in der Schule nur mit Mühe lernen. Kapitel zwei orientiert sich an den Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Praxis bilingualer Erziehung und beschreibt anhand von Fallstudien, auf welche Art und Weise ein Kind zwei oder mehrere Sprachen gleichzeitig erwerben kann. Dabei wird zwischen sechs verschiedenen Methoden unterschieden. Jede Methode wird mit linguistischen Beispielen aus der Praxis vorgestellt, und es werden die Vor- und Nachteile jeder Methode zusammengefasst.

Im dritten Kapitel werden die Störungen in den Sprachen, die so genannten bilingualen Erscheinungen, geklärt. Besonders erwähnenswert sind diesbezüglich die Sprachverspätungen, Sprachmischungen, Interferenzen und die Halbsprachigkeit. Das letzte Kapitel stellt den Bezug zwischen der Zweisprachigkeit und kognitiven Entwicklung dar. Zahlreiche Wissenschaftler haben anhand von Tests mit ein- und zweisprachigen Kindern unterschiedliche Tests durchgeführt, um zu erfahren, ob ein Zusammenhang zwischen Zweisprachigkeit und Intelligenz bzw.

1 Zweisprachigkeit 70 Prozent der Bevölkerung sprechen heutzutage mehr als eine Sprache und 50 Prozent der Kinder dieser Welt eine andere Sprache in der Schule als im Elternhaus. In Deutschland wachsen 20 Prozent der Kinder zweisprachig auf. Obwohl viel Literatur zum Thema Zweisprachigkeit existiert, erweist es sich dennoch nach wie vor als schwierig, eine passende Definition zu finden. Umfang eine andere Sprache als die Muttersprache verwendet wird.

Aufgrund dieser Definition wäre allerdings die Mehrheit der Weltbevölkerung zwei- oder mehrsprachig. Dieser Definition zufolge ist es vorstellbar, dass ein Kind zwei Sprachen gleichzeitig auf hohem bzw. In der Realität wird jedoch meistens eine der beiden Sprachen besser gesprochen. Mackey empfiehlt der Forschung, sich nicht mit der Frage zu befassen, ob jemand zweisprachig sei oder nicht, sondern zu hinterfragen, wie zweisprachig eine Person sei. Dies kann sich auf verschiedene Aspekte der Sprache – wie das Verständnis, das Sprachvermögen, die Schreib- und die Lesefähigkeit – beziehen. Mittels dieser Sichtweise sei eine systematische Analyse des von einem Individuum erworbenen Grades von Zweisprachigkeit möglich.