Der Kanon der Musik PDF

Der Kanon als Gattungsbegriff entwickelt sich erst im Laufe des 16. Einsätze der nachfolgenden Stimmen werden an den betreffenden Der Kanon der Musik PDF mit 1.


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Das Thema "Kanon" erhitzt seit einigen Jahrzehnten die Gemüter, da mit ihm nicht zuletzt auch die Frage nach dem kulturellen Selbstverständnis des Westens verbunden ist. Erst spät ist in diese Debatten die Musik miteinbezogen worden, wie schon die Herausbildung eines Kanons musikalischer "Meisterwerke" seit ca. 1800 merkwürdig spät erfolgte. Doch bei aller engagierten Ideologiekritik ist die Frage, was ein Kanon der Musik überhaupt ist und wie er entsteht, noch ungeklärt. Hier Setzt das Handbuch an und erörtert anhand systematischer Querschnitte und illustrativer Fallbeispiele grundlegende Fragen. So geht es erstmals um die Rekonstruktion musikalischer Kanonisierungsprozesse seit dem frühen Mittelalter, um die Voraussetzungen, Bestandteile und Förderer von Kanonisierungen, um deren kulturpolitische Prägungen sowie unterschiedliche Formen ihrer medialen Durchsetzung und Reflexion. Daneben stehen problemorientierte Ansätze, die die mit dem kanonischen Denken untrennbar verbundene Idee des ästhetischen Wertens ebenso thematisieren wie die Geschichte der Musikwissenschaft selbst. Damit wird das besondere Phänomen eines musikalischen Kanons erstmals in vielen seiner Verzweigungen greifbar gemacht. Das Handbuch versammelt Beiträge zahlreicher Musikwissenschaftler und Vertreter benachbarter Disziplinen, v. a. aus dem deutschsprachigen Raum, die in ihrem jeweiligen Themengebiet besonders ausgewiesen sind.

Die bekannteste und häufigste Form ist der strenge Kanon, bei dem die zwei oder mehr Stimmen identisch sind und lediglich zeitlich versetzt einsetzen. Eventuell können die Stimmen auf unterschiedlichen Tonstufen einsetzen. Neben dem endlichen Kanon gibt es auch Sätze, welche quasi unendlich wiederholt werden könnten. Ein Zirkelkanon wird in einem kreis- bzw. Notensystem notiert, um den endlosen Ablauf zu verdeutlichen.

Erscheinen die Notenwerte einer abgeleiteten Stimme vergrößert bzw. Diese Technik entwickelte sich aus den Möglichkeiten der Mensuralnotation, in welcher sich durch die Kombination verschiedener Mensurzeichen verschiedene Verhältnisse zwischen den Stimmen herstellen lassen. Stimme die Melodie vorwärts, die andere Stimme sie rückwärts vorträgt. Intervalle der notierten Stimme in der Ableitung gespiegelt. Das bedeutet, wenn die notierte Stimme z. Terzschritt nach oben macht, muss die abgeleitete Stimme einen solchen nach unten ausführen. Kombiniert man die beiden zuletzt genannten Techniken, so erhält man einen Spiegelkrebskanon.