›Contrapunto‹ und ›effetto‹ PDF

Carlo Gesualdo wurde als Sohn von Fabrizio II. Fürst von ›Contrapunto‹ und ›effetto‹ PDF, und der Girolama Borromeo geboren. Gesualdo ging als eine der schillerndsten Figuren in die Musikgeschichte ein, denn sein Wirken als Komponist ist überlagert von einem Kapitalverbrechen. Die Eifersuchtstragödie ereignete sich im Jahr 1590, als Gesualdo von einer Affäre seiner Ehefrau, Maria d’Avalos, erfuhr.


Författare: Peter Niedermüller.
Carlo Gesualdo war eine vielseitige, schillernde Persönlichkeit. Die Deutungen seiner Madrigale im Kontext der italienischen Musik um 1600 räumen mit einigen Vorurteilen auf.

1591 trat er die Nachfolge seines Vaters als Fürst von Venosa an. 1594 heiratete er durch Vermittlung seines Onkels, des Kardinals Alfonso Gesualdo, erneut und verbrachte mit seiner zweiten Ehefrau, Leonora d’Este, zwei Jahre in Ferrara. In dieser Zeit entstand vermutlich ein Großteil seiner Kompositionen, besonders die ersten vier Madrigalbücher. Nachdem 1600 das einzige Kind aus seiner zweiten Ehe gestorben war, verstärkten sich Gesualdos Depressionen, und er wandte sich der Komposition von geistlicher Musik zu. 1611 veröffentlichte er seine letzten Werke. Auf ihm sind die Auferstehung Christi, die Hölle und links unten Gesualdo als Bittsteller abgebildet. Sein Onkel, Karl Borromäus, steht für ihn bittend neben ihm.

Das kompositorische Schaffen Gesualdos umfasst eine Reihe von geistlichen Werken, darunter die Responsorien zur Liturgie der Kartage und Motetten, sowie sechs Bücher mit Madrigalen. Zeitlich steht Gesualdo am Übergang der Renaissance zum Barock, wobei sein Stil stets der Vokalpolyphonie des 16. Damit steht er in der Tradition anderer Madrigalisten wie Luca Marenzio und Claudio Monteverdi. Gesualdos Werk wurde bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts von höfisch-akademischen Kreisen rezipiert, verschwand jedoch, als die neue Gattung der Oper ihren Siegeszug antrat. James Wood rekonstruierte in akribischer musikwissenschaftlicher Feinarbeit die fehlenden Stimmen für eine im Jahr 2013 erschienene CD-Aufnahme mit dem Vocalconsort Berlin. Die Mordtat hat über die Jahrhunderte hinweg die Beschäftigung mit Gesualdos Musik und Leben bestimmt.

Giacinto Andrea Cicognini anhand einer fiktiven Personenkonstellation neu erzählt. Jahrhundert sind vor allem seine Madrigale aufgrund ihrer kühnen Stimmführung und Harmonik wieder interessant geworden, so dass sich zahlreiche Komponisten mit Gesualdo befassten. So hat etwa Igor Fjodorowitsch Strawinski in Momentum pro Gesualdo di Venosa ad CD annum. Noch einmal neu belebte sich in den 1990er Jahren das Interesse an der historischen Figur Gesualdos und seiner Musik.