Affirmative Action in Südafrika PDF

Affirmative Action in Südafrika PDF ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel. Die Geschichte Südafrikas ist die des äußersten südlichen Randes des afrikanischen Kontinents zwischen Atlantischem und Indischem Ozean.


Författare: Sotirios Dramalis.
Studienarbeit aus dem Jahr 2006 im Fachbereich BWL – Recht, Note: 1,6, Duale Hochschule Baden-Württemberg Mannheim, früher: Berufsakademie Mannheim (Berufsakademie Manheim – Staatliche Studienakademie), Veranstaltung: Internationales Wirtschaftsrecht, 20 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Affirmative Action (übersetzt: "bejahende / bestätigende Maßnahmen") kann als Förderung von benachteiligten Personen und Personengruppen umschrieben werden. In Südafrika stellt Affirmative Action ein Thema dar, welches sowohl von Fachleuten als auch von der breiten Öffentlichkeit heftigst diskutiert wird. Es zeigt vielmehr auf interessante Weise die Verzahnung zwischen Recht/Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in einem Land auf, das nach langer Zeit endlich den Weg zur Demokratie fand und im Jahre 2004 deren zehnjähriges Jubiläum feierte.
Auch in den USA wird Affirmative Action nicht nur als juristisches, sondern ebenfalls als politisches Thema von allen Gesellschaftsgruppen wahrgenommen. Hier bezieht sich Affirmative Action jedoch auf die Förderung von Minderheiten, wohingegen im südafrikanischen Kontext die Förderung der Mehrheit propagiert wird (vgl. Dupper 2005, S. 91). Im Gegensatz hierzu findet der Begriff in einem kulturell homogeneren Land wie Deutschland weniger Anklang und wird, wenn überhaupt, nur im Zusammenhang mit Frauenquoten erwähnt (vgl. Gas 2002, S. 7).
Die folgende Arbeit verfolgt daher das Ziel, dem deutschen bzw. europäischen Leser das Thema Affirmative Action am Beispiel seiner Erscheinungsform in Südafrika näher zu bringen. Schließlich zeigen die kürzlichen Ereignisse in Frankreich auf, dass mit einer zunehmenden Heterogenisierung europäischer Länder auch hier das Thema Affirmative Action bald von enormer Aktualität sein könnte, was die Stellung ethnischer Sondergruppen wie z.B. den Maghrebinern in Frankreich betrifft.
Die Arbeit beleuchtet zunächst die Zusammensetzung der südafrikanischen Bevölkerung und gibt einen Überblick über die Zeit der Apartheid und ihrer Gesetzgebung bevor auf die Verankerung von Affirmative Action als Mittel zur Gleichheitserzielung in der neuen Verfassung Südafrikas eingegangen wird. Es folgt eine Darstellung der wesentlichen Erscheinungsformen von Affirmative Action in Südafrika, die insbesondere auch für ausländische Investoren von Bedeutung sind. Die Arbeit endet mit einer Wertung zum Thema Affirmative Action in Südafrika, die u.a. auch auf eigenen Beobachtungen und Gesprächen mit Südafrikanern basiert und alternative Wege zu Affirmative Action aufzeigt.

Sie reicht bis zum Beginn der Hominisation zurück. Während der Frühgeschichte siedelte im südlichen Afrika das Volk der San, das bis heute Reste steinzeitlichen Lebens bewahrt. Vor etwa 2000 Jahren differenzierten sich die viehzüchtenden Khoikhoi aus der Gruppe der Khoisan heraus. In der Zeit der Apartheid wurden die demographischen Einteilungen der südafrikanischen Gesellschaft in besonderem Maße ideologisch instrumentalisiert, so dass es Schwierigkeiten bereitet, die Geschichte des Landes mit unvorbelasteten Begriffen zu beschreiben.

In Südafrika wurden diverse Funde von Vormenschen entdeckt, die zu den frühesten Zeugnissen der Hominisation gehören. Felszeichnung der San in den Drakensbergen. Mit dem Übergang von der mittleren zur Jungsteinzeit traten vor rund 35. 000 Jahren kleine Gruppen der San als nomadische Jäger und Sammler hervor. 000 Jahren übernahmen in den fruchtbaren Gegenden Gruppen der San Viehzucht und Keramik von nördlich siedelnden schwarzen Völkern und entwickelten eine differenzierte Sozialordnung, für die persönlicher Besitz bedeutsam wurde. Da schriftliche Quellen über die Frühgeschichte der südlichen Bantu fehlen und die südafrikanische Forschung über die Geschichte der Schwarzen immer stark politisch instrumentalisiert wurde, sind verlässliche Aussagen über die Einwanderung der Bantu-Völker schwer zu machen. Als erste Europäer erreichten die Portugiesen Südafrika.

Sie suchten seit Anfang des 15. Jahrhunderts einen Seeweg nach Indien um Afrika herum, um den arabischen, türkischen und venezianischen Zwischenhandel auf der Gewürzroute auszuschalten. Kapstadt, die erste dauerhafte europäische Siedlung auf südafrikanischem Boden. Der zunehmende Handelsverkehr und der damit steigende Proviantbedarf machten es seit etwa 1680 lohnend, Getreideanbau und vor allem Viehzucht im größeren Stil zu betreiben. Um 1659 hatte sich bereits Weinanbau entwickelt, der sich durch die wenig später einsetzende Zuwanderung von französischen Hugenotten aus Piemont verstärkte. Zunehmend problematisch gestalteten sich die Beziehungen zu den Khoikhoi.

Nach wiederholten Konflikten um Weideland und Wasserstellen vertrieben diese 1659 die Vryburger von ihren Farmen, doch letztlich behaupteten sich die Holländer mit ihren Gewehren und Pferden und die Khoikhoi mussten die Hoheit der VOC über das von den Vryburgern bewirtschaftete Land anerkennen. 59 hatte die VOC damit begonnen, Sklaven einzuführen. Großer Kinderreichtum der Buren sowie ihre extensive Landnutzungsformen lösten einen demographischen Druck aus, der im Norden der Kapkolonie eine Expansionsdynamik auslöste. Gegen Anerkennung des Landes als Besitz der VOC und die Zahlung einer jährlichen Pacht gewährte die Kompanie den Treckburen das Recht, das Land praktisch unbegrenzt zu bewirtschaften. Um sich der restriktiven Regierung der VOC zu entziehen, wurden zahlreiche Buren zu halbnomadischen Viehzüchtern, die immer weiter ins Landesinnere vordrangen. 1803 zogen sich die Briten nach dem Frieden von Amiens zunächst wieder zurück und überließen das Kap der Batavischen Republik als Rechtsnachfolger der 1798 aufgelösten VOC.