Adolph Goldschmidt und Aby M. Warburg PDF

Erwin Panofsky stammte mütterlicherseits aus einer über 100 Jahre in Hannover ansässigen jüdisch-deutschen Kaufmanns- und Bankiersfamilie, väterlicherseits aus einer in Schlesien ansässigen jüdisch-deutschen Unternehmer- und Kaufmannsfamilie. Im Juni 1921 wurde ihm die Leitung des Seminars mit Prüfungserlaubnis übertragen, erst 1927 wurde er dort ordentlicher Professor. Wohnort und Forschungsstandort ergeben, da er zu adolph Goldschmidt und Aby M. Warburg PDF Vortrag und einem Doktorandenkolloquium an die Princeton University eingeladen worden war. Während seiner langjährigen Lehr- und Forschungstätigkeit in den USA leistete Panofsky einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau der damals dort noch in den Kinderschuhen steckenden Disziplin.


Författare: Christine Kreft.
Was verband Adolph Goldschmidt, bedeutender, schulbildender Mittelalterforscher, 1912 erster jüdischer Ordinarius für Kunstgeschichte in Berlin, hoch dekoriert, Akademiemitglied, Ehrendoktor von Princeton und Harvard, mit dem Privatgelehrten Aby Warburg, dem Begründer der Ikonologie, der modernen Bildwissenschaft und der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg – außer dass beide gebürtige Hamburger waren?
Zwischen den methodisch so unterschiedlich arbeitenden Wissenschaftlern gab es eine lebenslange, private Freundschaft, welche die ihrer Familien einschloss, und vor allem eine sich daraus entwickelnde Gelehrtenfreundschaft, die den Grundstein zu ihrer wissenschaftlichen Zusammenarbeit legte. Diese von der Forschung bislang unberücksichtigten Fakten stehen im Zentrum der vorliegenden Studie.
Das Bemühen Goldschmidts und Warburgs um die Kunstgeschichte als ernsthafte wissenschaftliche Disziplin betraf die Hamburger Kunstpolitik, die nun erstmals im Zusammenhang mit Goldschmidt untersucht wird, das Kunsthistorische Institut in Florenz, wobei Warburgs lebenslange Bemühungen von Goldschmidt unterstützt wurden, und vor allem die Internationalen Kunsthistorischen Kongresse. Wie beide Wissenschaftler zur Kongressarbeit gelangten, wie sie sich engagierten und welche Erfolge sie hatten, wird im Kontext der bisher nur punktuell untersuchten Kongressgeschichte aufgezeigt, die neben der Geschichte ihrer Freundschaft einen eigenen Schwerpunkt bildet.

Allerdings geriet er gegenüber der neuen Modeströmung Abstrakter Expressionismus in der Vir-Heroicus-Kontroverse in die Defensive. Seit seiner Emigration publizierte Panofsky in englischer Sprache und passte sich durch einen eingängigen Sprachstil und die Veröffentlichung von Überblicksdarstellungen den geringeren Bildungvoraussetzungen seines neuen Publikums an. Die Beschäftigung mit methodologischen Fragestellungen trat dementsprechend in den Hintergrund. Nach seiner Emeritierung im Jahr 1962 wurde Panofsky zum Samuel Morse Professor of Fine Arts an der NYU ernannt.

Hamburger Privatwohnung in der Alten Rabenstraße Nr. Erwin Panofsky hat zu Lebzeiten und danach viele Auszeichnungen und Preise erhalten. Die Universität Hamburg hat im Jahr 2000, 67 Jahre nach seiner Entlassung, einen Hörsaal nach ihm benannt. In den 1920er Jahren veröffentlichte Panofsky mehrere Aufsätze zur kunstwissenschaftlichen Methodik, wobei er an die Philosophie Immanuel Kants sowie an die Arbeiten des Wiener Kunsthistorikers Alois Riegl anschloss. In Hamburg begründete Panofsky zusammen mit Aby Warburg, Fritz Saxl und Ernst Cassirer die Hamburger kunsthistorische Schule. Er stand nach 1933 dem Warburg Institut sehr nahe. Das von Erwin Panofsky entwickelte Interpretationsschema zur Deutung von Kunstwerken ist in drei Untersuchungsphasen aufgeteilt, die jeweils eine Bedeutungsschicht des zu interpretierenden Kunstwerkes aufdecken sollen.